Musik ist die Zukunft der Lyrik…

Ich habe grade einen Artikel über Leonard Cohen gelesen, in dem der Autor eben diesen Ausspruch tat. Im Zusammenhang gesehen hat er das gesagt, weil Mr.Cohen bevor er sich der Musik zu wandte, selbst Autor war, jemand der neben Prosa auch lyrische Werke verfasste. Doch eines Tages lief die ganze Sache nicht mehr, sein vierter und letzter Gedicht-Band wurde von den Kritikern sehr unterschiedlich bewertet. Daraufhin brach Cohen zu neuen Ufern auf und begann sich voll und ganz der Musik zuzuwenden. Dieser Schritt scheint mir nicht ganz unbegreiflich, schließlich wurde er auch mit unglaublichem Erfolg gekrönt.

Doch bin ich mir nicht ganz sicher, ob es rechtfertigt zu sagen, die Zukunft der Lyrik liegt in der Musik. Klar erlebt die Singer-Songwriter Szene ein ziemliches Comeback, doch wie bereits gesagt, es ist nichts, was es nicht auch schon vorher gegeben hätte. Doch kann ich mir keine rechte Meinung zu der These bilden. Und das hat folgenden Grund: Es gibt Millionen von Kindern und Jugendlichen, die sich eine Gitarre schnappen zwei oder drei Akkorde darauf spielen lernen und Texte dazu zu schreiben. Der Grund dafür ist denke ich immer noch, dass man davon träumt, mit diesem Instrument reich un berühmt zu werden. Die Gitarre ist aufgrund ihrer Vielseitigkeit in Form und Klang (z.B. gibt es Konzertgitarren, Westerngitarren, E-Gitarren usw) und weil sie recht leicht zu lernen ist ein Instrument, das in fast allen Musikrichtungen vertreten ist. Darum deckt man, wenn man es beherrscht, ein recht großes Spektrum an Musik ab. Zum Zweiten und ich bin mir nicht ganz sicher, wie ausschlaggebend das vor allen für viele Jungen im Teeny Alter ist, hält sich immer noch das Gerücht, dass Jungs, die Singen und Gitarre spielen können leichter Mädchen abschleppen können. Die meisten dieser Menschen werden es als Musiker oder Lyriker in ihrem Leben nicht besonders weit bringen.

Aber auf der anderen Seite gibt es da noch die einigen wenigen, die ihr Instrument tatsächlich nur zur Unterstützung ihrer Texte gebrauchen, bei denen es tatsächlich um die Aussage im Lied an sich geht. Ich bin davon überzeugt, dass Clueso oder wie auch immer der gute Mann geschrieben wird oder Bosse niemals so erfolgreich gewesen wären, wenn sie ihre Texte gesammelt hätten, um sie als Gedicht-Band zu verkaufen. So etwas lesen die meisten einfach nicht mehr, was zu großen Teilen daran liegt, dass die meisten Menschen nicht mehr lesen. In sofern ist die Lyrik, die wirklich breit im ganzen Volk verbreitet, ist die, die in Form von Musik unter die Leute gebracht wird. Gedichte vorgetragen um Menschen zu berühren, nicht weil die Musik, die sie verpackt unglaublich kunst- oder anspruchsvoll ist.

Wie bereits gesagt, ich kann mir noch nicht wirklich eine feste Meinung bilden, aber das muss ich auch nicht. Ich finde die Aussage an sich zwar nicht falsch, aber ich würde ihr auch nicht zu hundert Prozent zustimmen, da ich der Meinung bin, dass es auch Musik gibt, die völlig ohne Text auskommt und mehr sagen kann, als tausend Worte. Und mit diesen etwas schwülstigen, klischeegeschwängerten Abgang verabschiede ich mich, bis zum nächsten Mal 😛

Published in: on Januar 27, 2012 at 4:46 pm  Comments (3)