Der Mann und sein Auto

Ich habe gestern ein wenig Zeit gehabt, die sich nicht anders überbrücken ließ als in einem Kieler „Männer“-Magazin zu lesen. Ich stehe solchen Magazinen in der Regel eher skeptisch gegenüber, weil die meisten entweder versuchen für Männer zu sein, Frauen dabei aber nicht auf den Schlips treten wollen oder eben auf „WOAHH, wir sind Männer und in unser männlichen Männlichkeit nicht zu übertreffen“ machen. Ich bin mir nicht sicher, was ich schlimmer finde.

Wie dem auch sei, dieses spezielle Magazin liegt sogar kostenlos aus, was die Erwartungen an die Artikel deutlich gesenkt hat. Und kaum war die erste Seite aufgeschlagen wurde das Klischee bereits von einem Typen erfüllt, von dem man keinen Name erfährt, der sich aber „Maschine“ nennt. Viel alberner geht es kaum, aber naja, soll er machen wenn er glaubt damit glücklich werden zu können. Wer ohne Sünde ist werfe den ersten Stein und so weiter.

Doch was mich wirklich gestört hat, ist die Art und Weise, wie dort die Auto-Sektion gestaltet wurde. Es wurde als eine Art Quartett aufgestellt, woran an und für sich nichts Verwerfliches ist. Es ist sogar eine recht gute Idee um die verschiedenen Zahlen die ein Auto produziert, Motor-Leistung, Spitzengeschwindigkeit, Hubraum und so weiter, auf einen Blick dar zu stellen und zu vergleichen. Doch wer auch immer den beistehenden Text geschrieben hat gehört geohrfeigt. Er war nicht nur platt, er hat auch kaum Informationen enthalten die für den geneigten Leser verwendbar waren und bewegte sich von der Sprache im Niveau eines Hauptschülers, der seinen Golf II als aller erstes „´n bisschen tiefer legen und dicke Puschen/Schlappen“ drauf ziehen muss.

Hier bei handelt es sich um ein generelles Problem, dass nicht nur auf dieses Magazin beschränkt ist. Wenn man sich als Auto-Freund outet wird man sehr schnell in eben diesen Pool aus Leuten gesteckt, die zwar einen Führerschein haben, sich aber nur mit Mühe die Schnürsenkel binden können. Autos sind etwas, über das man nicht spricht, entweder man hat ein oder man hat eben keins. Über Autos unterhalten tun sich nur die, die in der Schule nicht aufgepasst haben und deshalb wenn sie lesen können kein Problem damit haben wenn man sich in so einem Artikel auf Redewendungen stützt wie „der zieht einem das Baguette vom Brot, wie wir Franzosen sagen“.

Ich appelliere also an den Schreiber dieses Artikels und an die Schreiber ähnlicher Artikel in ganz Deutschland: Es gibt auch Leute die wenn man sie nach ihrem Namen fragt eine höhere Trefferquote als 4 von 10 haben und sich trotzdem für Autos interessieren. Bitte, bitte gebt euch ein bisschen mehr Mühe und macht es euch nicht so einfach. BItte, bitte, bitte mit ganz viel Zucker oben drauf…

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Published in: on Januar 8, 2014 at 2:20 pm  Schreibe einen Kommentar