Die Seele der Maschine

Wir Leben in einer Welt, in der wir jeden Tag mit Maschinen zu tun haben. Manche sind elektrisch, andere mechanisch, doch ist ohne sie ein Leben kaum mehr vorstellbar. Egal ob es dabei um das Radio, den Kühlschrank, den Laptop oder das Auto geht, kaum einer kommt an ihnen vorbei. Sie sorgen dafür, dass unser Leben angenehmer wird, dass wir leichter durch den Alltag kommen und das die Welt ein Dorf geworden ist. Noch vor 200 Jahren war eine Reise um die Welt ein Unterfangen, dass fast ein Leben in Anspruch genommen hat, heute ist es kein Problem sie in unter einem Tag zu vollziehen. Doch die meisten Maschinen sind eben genau das für uns: Maschinen, Dinge die wir benutzen aber die uns kaum etwas bedeuten. Geht eines kaputt kaufen wir ein neues und geht das kaputt wird es wiederum durch ein anderes ersetzt. Wir verzichten nicht gerne auf einen Standard, den wir erricht haben, doch am von wem oder was dieser Standard erhalten wird ist uns beinahe egal.

Doch merkwürdiger Weise ist das nicht bei allen Maschinen so. Einige wachsen uns ans Herz, weil sie einen eigenen Charakter zu haben scheinen, weil sie anders sind als alle anderen oder weil sie uns schon so lange auf unserem Weg begleiten. Die Maschinen, denen wir am häufigsten eine Seele zusprechen sind Autos. Für viele Leute ist das Auto ein Werkzeug, nicht anders als der elektrische Dosenöffner, den sie bei sich in der Küche habe. Es fährt von A nach B und wenn es das tut ohne eine Panne zu haben, dann sind sie sehr zufrieden. Doch es gibt Autos, die mehr sind als nur Werkzeuge, vor allem weil sie als Werkzeuge nicht besonders viel taugen. Ich zum Beispiel weiß noch ganz genau, was mein erstes Traumauto war: ein metallic blauer Strandbuggy, den ich jeden Tag gesehen habe, wenn ich mit dem Rad zur Schule gefahren bin. Jedes Mal stand er da im Carport direkt an der Straße und jedes Mal bin ich langsamer geworden, nur um einen längeren Blick auf ihn werfen zu können. Ich war begeistert davon, dass er kein Dach hatte und dass man den Motor fast komplett sehen konnte und das er so anders aussah als alle anderen Autos, die ich bis dahin gesehen habe. Und jedes Mal, wenn ich an ihm vorbei gefahren bin ist mein Wunsch größer geworden, später genau dieses Auto zu fahren. Kein anderes sollte es sein, nur mein kleiner blauer Strandbuggy. Leider Gottes war ich erst sechs Jahre alt und mir war noch nicht klar, dass so ein Auto aus einem guten Grund immer im Carport gestanden hat. Es hatte keinen Kofferraum, es war sehr laut und wahrscheinlich auf der Straße auch nicht besonders bequem zu fahren. Doch auch heute noch muss ich wenn immer ich an einem Buggy vorbei laufe (zugegeben, dass passiert nicht besonders oft, aber es kommt vor) an meinen kleinen blauen Buggy denken, der mir meinen Schulweg immer versüßt hat.

Ich glaube nicht, dass alle Autos diese Art von Charme haben, kaum einer träumt davon irgendwann mal in einem Skoda Fabia zu fahren, weil es sein absolutes Traumauto ist. Aber es gibt sie, die Autos mit Seele, mit Charakter, Maschinen, die deutlich mehr sind als das.

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Published in: on März 19, 2013 at 12:46 pm  Schreibe einen Kommentar  

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