Freiheit, ein Wort mit vielen Gesichtern

Ich schreibe ab und zu hier in diesen Blog, in letzter Zeit ist es wieder ein wenig eingeschlafen, aber damit war zu rechnen. Keiner hat immer etwas wichtiges zu sagen und wenn es nicht wichtig ist, sollte man es besser für sich behalten. Doch so manches Mal fange ich an etwas zu schreiben und dann veröffentliche es nicht. Die Gründe sind recht zahlreich, entweder war das Thema nicht so ergiebig wie ich am Anfang gehofft habe, oder ich habe schlicht weg die Lust an meinem Artikel verloren, weil das Thema, dass ich mir ausgesucht habe zu schwammig und zu groß ist um es in weniger als 500 Worten abzufrühstücken. Es gibt sicher Leute, die auch die größten Themen in wenigen Worten darstellen können, aber diese Gabe ist mir nicht gegeben und ich habe an mich und mein Geschriebenes immer den Anspruch, dass der potentielle Leser etwas mit nimmt, einen Ansatz für einen Gedanken etwa.

Eines der Themen, die mich immer wieder beschäftigen, zu denen ich auch schon einige Artikel begonnen habe zu schreiben ist Freiheit. Keiner dieser Artikel ist über diesen Anfangs-Status je hinaus gekommen, denn ich finde es schwierig dieses Thema objektiv zu betrachten.  Nichts sorgt für so viel Streit wie der Wunsch nach Freiheit. Jeder Mensch wünscht sich, sein Leben so leben zu können, wie er es für richtig hält, keiner mag es wenn ein anderer ihm die Butter vom Brot nimmt und keiner mag Regeln, die er nicht selbst aufgestellt hat. Doch sehen die meisten ein, dass es zumindest einige Regeln geben muss, damit man mit anderen Menschen in einer Gemeinschaft leben kann. „Du sollst nicht töten“ ist eine Regel, die von den meisten Menschen als sinnvoll erachtet wird. „Was du nicht willst, was man dir tu, das füg auch keinem andren zu“ ich auch eine Regel, die recht großen Anklang findet. Doch am Ende des Tages gelten diese Regeln nur für Leute, die sich daran halten. Jeder Mensch hat die Freiheit, sich dagegen zu wehren und keiner kann ihn davon abhalten. Beispiele dafür finden sich zu Hauf. Moral ist ein menschliches Konstrukt und sorgt dafür, dass wir in einer Gesellschaft zusammen leben können, doch sie beschneidet auch die Freiheit, etwas tun oder lassen zu können. Hinter jedem Gebot der Moral steht ein „Du MUSST…“ ein Satz, der im Gegensatz zu dem steht, was viele als Freiheit betrachten. Müssen bedeutet keine Wahl zu haben.

Doch ein schönes Bild von einer Welt, in der es keine Regeln, weder gesetzliche noch moralische, wird im Computer-Spiel „Bio Shock“ gezeichnet. Dort hat ein reicher Großindustrieller eine Stadt unter Wasser gebaut, in der Künstler, Wissenschaftler und alle anderen, die keine Lust haben einem anderen Menschen Rechtschaffenheit abzulegen einen Ort finden, der sie von allen Fesseln entbindet, der sie frei macht zu tun und zu lassen, was auch immer ihnen in den Sinn kommt. Das Ergebnis ist nicht das Utopia, was er sich erträumte, sondern viel mehr ein Albtraum, in dem Chirogen nach Picassos Vorbild Körper gestalten, die Kunst Morde beinhaltet und keiner dem anderen mehr vertrauen kann.

Freiheit macht nicht immer frei, schon gar nicht, wenn alle frei sind zu tun und zu lassen, was auch immer ihnen in den Sinn kommt…

Advertisements
Published in: on März 12, 2013 at 9:06 pm  Schreibe einen Kommentar  

The URI to TrackBack this entry is: https://ovesworld.wordpress.com/2013/03/12/freiheit-ein-wort-mit-vielen-gesichtern/trackback/

RSS feed for comments on this post.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: