Bruce Wayne vs Edward Cullen

Wenn man sich das heutige Abendprogramm anschaut, wird man feststellen, dass sowohl Batman Begins und Twilight-Biss zum Morgengrauen zur selben Zeit laufen. Das wird viele Paare vor eine Entscheidung stellen, die nicht so einfach zu treffen ist und wenn beide Partner Dickköpfe sind, zu einem ausgewachsenen Streit kommen können. Ich habe natürlich zu diesem Thema auch eine Meinung und werde versuchen zu erklären, warum man Batman jederzeit einem Film wie Twilight vorziehen sollte.

Schauen wir uns zuerst die beiden (männlichen) Hauptcharaktere der Filme an. Zum einen haben wir Bruce Wayne, einen Multimillionär der sein ererbtes vermögen dazu verwendet dem Bösen in seiner Stadt den Kampf anzusagen. Doch das ist ein bisschen allgemein gehalten. Als Kind musste Bruce mit ansehen, wie seine Eltern bei einem Überfall auf offener Straße erschossen wurden. Verständlicherweise ist dieses Erlebnis prägend für den kleinen Bruce und sorgt unter anderem dafür, dass er in seinem ganzen Leben keine Schusswaffe abfeuert. Nachdem seine Eltern ermordet wurden, schwor Bruce an ihrem Grab, dass er seine Heimatstadt Gotham City von allen Verbrechern befreien würde. Um seinen Schwur zu erfüllen, bereiste Bruce die ganze Welt um von den Meistern ihres Faches Kriminologie, Chemie, Physik und Ingenieurswissenschaften zu studieren. Auf dieser Reise eignete er sich auch viele verschiedene Kampftechniken an, die ihm in seinem späteren Leben als Batman helfen würden. Als er jedoch nach Gotham City zurückkehrte fand er eine Stadt vor, die in Korruption und Verbrechen zu ersticken drohte. Die Polizei war nicht mehr den Bürgern, sondern nur noch ihren eigenen zwielichtigen Machenschaften verpflichtet. Als Bruce Wayne hätte er nicht viel ausrichten können, er brauchte eine Maske, hinter der er sich verstecken konnte, eine Gestalt, die schon bei ihrem bloßen Anblick den Verbrechern das fürchten lehren würde und hinter der ihn niemand vermutete. So wurde Batman geboren, einer der größten Helden, die DC jemals hervorgebracht hat.

Auf der anderen Seite haben wir Edward Cullen. Cullen wurde am 20.6.1901 in Chicago, Illinois unter dem Namen Edward Anthony Masen als Kind eines erfolgreichen Rechtsanwalts geboren. Er verbrachte eine recht normale und sorgenfrei Kindheit im Kreise seiner Eltern und Freunde. Doch der erste Weltkrieg kam auf und Edward war mit 17 Jahren schon fast alt genug für den Wehrdienst, als plötzlich die Spanische Grippe in Chicago ausbrach und die gesamte Familie Masen daran erkrankte. Die Mutter war so in Sorge um ihren noch jungen Sohn, dass sie den besten Arzt der Stadt engagierte, um ihn zu helfen. Besagter Arzt war Carlisle Cullen, der nicht nur ein renommierter Doktor, sondern auch Vampir war. Er versuchte Edward zu retten, doch gegen die spanische Grippe gab es kein Heilmittel. Also entschloss Carlisle sich dazu Edward zu beißen, um ihn als Vampir die Gabe des ewigen Lebens zu geben. Da er nun nicht mehr zu seiner Familie zurückkehren konnte, teils, weil er ein Vampir war, teils, weil sie auch von der spanischen Grippe dahingerafft wurden, lebte er fortan bei Carlisle und seiner Frau. Doch Edward hatte bevor er sich endgültig zu der Familie Cullen gesellte eine rebellische Phase, in der er auszog, um mithilfe seiner Fähigkeit Gedanken zu lesen „böse“ Menschen ausfindig zu machen und zu töten. Doch nach einigen Jahren bereute er seine Taten und wurde zu einem „Vegetarier“, also einem Vampir, der keine Menschen tötet.

Eigentlich sollte nach diesen beiden Kurzlebensläufen klar sein, warum Batman um Längen besser ist als Twilight, aber ich werde es noch einmal zusammenfassen: Bruce Wayne ist ein Mann, der Seit seiner frühsten Kindheit mit Problemen zu kämpfen hat, die nicht materieller Natur sind, sonder geistiger. Er hat seine Eltern verloren und nicht nach Rache gelechtzt, sondern danach seine Stadt sicherer zu machen, damit kein anderes Kind seine Erfahrungen teilen muss. Edward war sicher auch ein Kind trauriger Umstände, doch hat er sich nicht entschlossen seine Kräfte zum wohle aller einzusetzen. Die Cullens sind eine abgeschottete Gemeinschaft, die nichts mit Menschen zu tun haben wollen und auch kein Interesse gehen, ihnen zu helfen (wenn ich das sage nehme, ich natürlich Carlisle aus, der Arzt wurde trotz seines Blutdurstes).  Batman ist ein Mensch, der sich gegen ein System auflehnt, dass den „kleinen Mann“ unterdrückt und das ohne über wirkliche Superkräfte zu verfügen. Alles, was er hat, ist seine normale Kraft und seinen Verstand. Edward ist in erster Linie daran interessiert keinen Schaden zu verursachen.

Als Letztes muss ich noch anfügen, und das ist jetzt ein ganz persönlicher Punkt, dass ich Twilight noch immer nicht verziehen habe, was sie aus Vampiren gemacht haben. Vor Twilight waren sie das ultimative Böse, sie töteten mit Stil und aus Freude am Verderben. Jetzt stehen kleine Teeny Mädchen auf Vampire und alle wollen sie einen Freund wie Edward. Die Twilight-Bücher haben Vampire weichgemacht und das werde ich ihnen nie verzeihen.


Published in: on Oktober 30, 2011 at 6:34 pm  Schreibe einen Kommentar  

Die Entstehung der Sprache

Vielen meinen, dass was uns wirklich von allen anderen Tieren unterscheidet ist die Fähigkeit zu sprechen. Durch die Gabe der Sprache und die Fähigkeit, diese Sprache für spätere Generationen fest zu halten haben wir einen so genannten kollektiven Wissensschatz erworben, der uns eine brisante geistige Entwicklung ermöglicht hat. Im Gegensatz zu allen anderen Arten können wir unseren Kindern „theoretischen“ Unterricht in gewissen Bereichen geben, der das Wissen aber nicht unbedingt die für die Handlungen nötigen Fähigkeiten mit sich bringt. Doch wie ist diese Sprache, dieses sehr komplexe Zusammenwirken von verschiedenen Lauten und Betonungen eigentlich ursprünglich entstanden?

Ich hab mich wie immer wenn mich so eine Frage packt als aller erstes im Internet ein bisschen schlau darüber gemacht. Doch leider scheint es garnicht so einfach zu seine eine Vernünftige Antwort auf die Frage nach den Ursprüngen der Sprache zu geben. Man ist sich sicher, dass es seit ungefähr 100.000 Jahren die anatomischen Voraussetzungen für das kontrollierte bilden von Lauten beim Menschen gibt. Wann und wo sich jedoch die erste „richtige“ Sprache entwickelt hat, oder wie sie funktioniert hat ist reine Spekulation. Worin sich allerdings alle Theorien einig sind ist, dass es ein dynamischer Prozess war.

Man kann sich das ungefähr so vorstellen: Ein Klischee-Höhlenmensch sieht einen seiner Artgenossen, zeigt auf einen Stein uns stößt dabei einen Laut aus. Dieser Laut unterscheidet sich jedoch am Anfang nicht großartig von allen anderen Lauten. Erst durch ständiges wiederholen des selben Lautes und dabei auf einen Stein zeigen über einen langen Zeitraum wird dem anderen Höhlenmenschen klar, dass mit „Hugabu“ wohl ein Stein gemeint sein muss. Der Vorteil einer Sprache ist, dass man bei einem bestimmten laut ein abstraktes Bild in seinem Kopf hat und damit weiß, wovon das Gegenüber spricht. Bis dieses Stadium erreicht wurde ist jedoch nach Meinung einiger Gelehrter ein nicht unbeträchtlicher Zeitraum vergangen. Ich formuliere diese Aussage mit Absicht so wage, weil sich die Aussagen der Gelehrten stark von einander unterscheiden. Doch als dieser Schritt vollzogen war, konnte man eigentlich schon von einer „richtigen“ Sprache sprechen. Alles was sich über die Jahre dazu entwickelt hat, die Einzahl und die Mehrzahl, verschiedene Zeiten, verschiedene Fälle, all das ist nur schmückendes Beiwerk und ein Zeichen dafür, dass Sprache schon immer dynamisch war und die Regeln die es bei Anwenden zu beachten gibt eigentlich völlig aus der Luft gegriffen sind. Genau wie alle Wörter die es in einer Sprache gibt. Man sollte sich wirklich mal bewusst machen, dass all die Wörter mit denen wir uns verständigen für einen Menschen der unsere Sprache nicht beherrscht wie wahllos zusammengewürfelter Lautbrei klingen muss, den er sich auch nicht ohne Weiteres logisch erschließen kann.

Immer wenn ich mich mit solch einem Thema beschäftigt habe bin ich begeistert von den Leistungen, die die Rasse Mensch über die Jahre vollbracht hat. Es wundert mich nicht, dass wir uns für etwas besonderes halten, wenn man bedenkt, was wir alles aus dem Nichts erschaffen haben: Sprache, Mathematik, Werkzeuge, Waffen, Krieg und so weiter. Ich bin mir nicht sicher ob wir die dümmste oder die schlauste Rasse auf diesem Planeten sind, aber wir haben auf jeden Fall eine Menge bewirkt in der kurzen Zeit, die wir auf dieser Erde verweilen…

Published in: on Oktober 29, 2011 at 10:50 pm  Comments (2)  

Literatur, was ist das eigentlich?

Ich bin ein Mensch, der sich gerne über Dinge, die nicht viele andere interessieren Gedanken macht. Diese Themen greife ich auf, wälze sie ein bisschen im Kopf hin und her, informiere mich recht oberflächlich darüber und halte meine Gedanken dazu in diesem Blog fest. Ich lasse mich dabei von vielen verschieden Quellen inspirieren. Das Thema zu diesem Text hat ein Freund von mir heute erst in seinem Blog behandelt und mich dazu verleitet mich mit diesem doch recht wagen Begriff ein wenig näher auseinander zu setzen (by the way, zu besagten Blog kommt ihr über diesen Link: http://chilischaf.wordpress.com ). Literatur… alleine das Wort strotzt von Kunst und trägt sofort große Namen in seinem Schlepptau. Für die meisten wird das Wort spätestens in der Schule zu einer Art Freund-Feind, der für viel Freude aber auch für viel Verdruss sorgt. Doch was genau ist eigentlich Literatur, wie ist sie definiert, was verbirgt sich hinter diesem großen und für manch einen Furcht einflößenden Wort.

Wie immer im Leben, wenn ich eine Frage habe ist Wikipedia meine erste Quelle. Es mag zwar in der Wissenschaft verpönt sein, doch in der richtigen Welt ist es mir schon eine große Hilfe gewesen und ich würde es um nichts in der Welt missen wollen. Aber zurück zum Thema. Wikipedia versteht unter Literatur alle mündlich und schriftlich fixierten sprachlichen Zeugnisse. Im weiteren Text wird das ganze noch ein wenig mehr ausgeführt, aber ich werde mich erst einmal ein bisschen mit dieser Aussage befassen. Literatur ist demnach alles, was jemals von Menschenhand aufgeschrieben, aufgenommen, in Stein geritzt oder sonst wie „haltbar“ gemacht wurde. Das erstaute mich im ersten Moment, weil ich mir unter Literatur immer etwas vorgestellt habe, dass man mit Kunst gleichsetzen konnte. Doch dem ist wohl nichts so. Das bedeutet, dass jeder Mensch, der irgendwann irgendwas aufgeschrieben hat seinen Teil zur Literatur beigetragen hat. Schon ein merkwürdiger Gedanke. Doch es geht ja zum Glück noch weiter.

Der Begriff Literatur ist nämlich nur ein Oberbegriff, der sich in viele, viele kleine Fachgebiete aufspalten lässt. Man redet in der Regel von Kunst-, Fach-, oder Trivialliteratur. Was man sich unter Fachliteratur vorstellen kann ist denke ich jedem ein Begriff, doch mit dem beiden anderen Begriffen habe ich so meine Probleme. Sie sind nämlich nicht wirklich genau definiert und hängen recht stark vom Auge des Betrachters ab. Zu der so genannten Kunstliteratur gehören Romane, Gedichte, Kurzgeschichten und so weiter. Zu der so genannten Trivialliteratur gehören Zeitungsartikel, Nachrichtenmeldungen und eben alles, was nicht in die ersten beiden Gebiete gehört. Doch die Grenzen sind wie in vielen Gebieten fließend. Nimmt man zum Beispiel das Buch „Eine kurze Geschichte der Zeit“ von Steven Hawkings. Das Buch lässt sich kaum in einen der Bereiche einordnen. Es folgt einem so genannten narrativen Faden, es ist aber kein Roman. Es enthält viele Fachbegriffe und erklärt wissenschaftliche Theorien, jedoch ohne sie genau zu erklären oder gar zu beweisen und es ist aus dem Verlangen heraus entstanden, den Menschen die Angst vor der Physik zu nehmen, weshalb es von vielen Fachleuten als Trivialliteratur abgetan wurde. Wie wir sehen ist es nicht so einfach ein Buch in diesen Kategorien unter zu bringen. Das einzige von dem man sich sicher sein kann ist, dass wir es hier mit Literatur zu tun haben. Auch wenn wir nicht wissen mit welcher…

Literatur ist also wieder eines der Worte, die wir Menschen erfunden haben um uns selbst die Welt zu erklären ohne genau zu wissen, wovon wir eigentlich reden. Das ist das einzige, was ich nach all meinen Überlegungen zu dem Thema sagen kann…

Published in: on Oktober 28, 2011 at 6:11 pm  Schreibe einen Kommentar  

Das Bild der Welt von uns

In Zeiten des Internets, in denen viele menschliche Kontakte lediglich auf Chats und Nachrichten in irgendwelchen sozialen Netzwerken reduziert sind hat sich das Bild, dass man von sich gestalten kann sehr stark geändert. Wo es früher noch nötig war seinen Gegenüber kennen zu lernen um zu erfahren, welche Musik er oder sie hört oder was seine oder ihre Lieblingsfarbe ist reicht meist ein kurzer Blick in das Profil der Person um sich Antworten auf diese Fragen zu verschaffen. Doch genau so können wir uns auch ein Bild von uns selbst erstellen, wie es uns gerade in den Kram passt. Wir können ein Foto suchen, das uns gut aussehen lässt oder wir nehmen gleich ein Bild, dass mit uns an und für sich nicht viel zu tun hat aber cool aus sieht. Dann können wir noch alle möglichen Dinge über uns schreiben, ob sie nun wahr sind oder nicht sei mal dahingestellt.

Dieses reichhaltige Angebot an Möglichkeiten der Selbstdarstellung ist für mich zu einer rechten Qual geworden. Damit meine ich nicht persönlich mich, denn ich bin so frei nicht viel über mich bei zum Beispiel Facebook preis zugeben, sondern diejenigen meiner „Freunde“ die die Möglichkeit nutzen um mir ihr Leben ins Gesicht zu werfen. Mit wem sie was tun, wie sie grade drauf sind, was sie anhaben und so weiter und so fort. Doch das sind alles Dinge, die ich noch verschmerzen kann. Viel mehr regen mich die Bilder mit denen ich Tag  für Tag zugespamt werde auf. Besonders die weibliche Fraktion verspürt das anhaltende Bedürfnis sich nicht nur in Schrift sondern auch in Bild im Internet zu verewigen und das wirft bei mir einige Fragen auf: Warum tun sie das? Ist es eine generelle Neigung oder nur ein Problem meines Bekanntenkreises? Und die wichtigste von allen: Warum immer in der selben Pose vorm Spiegel oder die Kamera auf sich selbst gerichtet?

Nach einer kleinen Recherche im Netzt stellte sich heraus, dass ich nicht der einzige Mensch bin, dem dieses Phänomen aufgefallen ist. Auf der ganzen stark vernetzten Welt gibt es Mädchen im Alter von 12-24 die unendlich viele Fotos von sich selbst gemacht haben um diese dann ins Internet zu stellen. Dazu ist die Pose die diese Mädchen einnehmen auch immer recht ähnlich. Leicht geschürzte Lippen, einen Möchtegern-Verführerblick, die Hände in die Hüften gestemmt und den Hintern raus gestreckt. Doch diese Erkenntnis führ weiter zu der Frage warum. Warum tun Mädchen das, was gibt es ihnen?

Die erste Antwort meinerseits wäre, sie halten sich für Models und freuen sich an der Aufmerksamkeit, die solche Bilder zwangsläufig mit sich bringen. Doch das kann in meinen Augen nicht die ganze Wahrheit sein. Die zweite Antwort ist, dass sie nicht wissen, wie sie auf die Welt wirken und deshalb versuchen mit diesen Bildern und ihrem Profil eine Maske zu erstellen hinter der man sich verstecken kann. Denn am Ende des Tages ist das Internet zwar nicht anonym doch viel leichter zu kontrollieren. Man kann bevor man schreibt drei mal über seine Antwort auf Fragen nachdenken. Man ist nicht direkt mit dem Menschen konfrontiert und man hat sein Profil, dass einen vor dem „Blick hinter die Kulissen“ bewahrt.

Ich bin mir nicht sicher, was die Antwort auf diese Frage ist, doch ich weiß das ich wünsche, dass man damit aufhören sollte. Damit bin ich zwar der Prediger in der Wüste, weil sich die richtigen Leute solche Texte nicht durchlesen, aber ich bin der Meinung, dass sollte mal gesagt werden.

Published in: on Oktober 25, 2011 at 3:34 pm  Comments (1)  

Der Tod für Kinder

Ich habe mich in letzter Zeit mehr zufällig als aus wirklicher Neugier mit dem Thema „Der Tod aus Sicht eines Kindes“ beschäftigt. Wenn ich jetzt so darüber nachdenke mag es für einige merkwürdig erscheinen, warum man auf so ein Thema zufällig kommt aber lasst es mich kurz erklären: Ich schlenderte guter Dinge durch die örtliche Buchhandlung, auf der Suche nach einem Kinderbuch von dem mir meine Schwester erzählt hatte. Ich lese in der Regel keine Kinderbücher, doch das besagte Buch heißt die Menschenfresserin und sie hat da so begeistert von erzählt dass ich mir ein eigenes Bild verschaffen wollte. Darum durchstöberte ich die Kinderabteilung im besagten Buchladen und stolperte dabei über das Buch „Der Besuch vom kleinen Tod“. Mich hat schon der Titel so gefreut das ich nicht widerstehen konnte und das Buch in die Hand nahm. Es ist wie der Titel und der Standort des Buches schon vermuten lassen ein Buch, dass kleinen Kindern eine Antwort auf die Frage: „Was passiert, wenn man nicht mehr lebt?“ geben soll. Ich halte also dieses Buch in der Hand und bin begeistert von der Geschichte, den Zeichnungen und der gesamten Atmosphäre, die das Buch ausmacht. Ich war sogar so begeistert, dass ich mich nicht zurückhalten konnte und das Buch gekauft habe.

Der Grund für meine Begeisterung war schlicht und einfach, dass das Buch mir eine neue Perspektive aufgezeigt hat. Im Buch wird der Tod als eine sehr freundliche und Zitat „reizende Person“ dargestellt, die sich nichts mehr wünscht als den Menschen, die gestorben sind den Übergang vom Leben ins Nichtleben so angenehm wie möglich zu machen, ohne jedoch von den Leuten verstanden zu werden. Erst ein Mädchen, dass an einer sehr schweren und schmerzvollen Krankheit gestorben ist und sich auf den Tod gefreut hat, erkennt das wahre Wesen des Tods und zeigt seine guten Seiten auf. Dieser Ansatz ist in meinen Augen der wohl beste, den man in Bezug auf den Tod haben kann. Warum soll man Angst haben, obwohl man sich nicht sicher sein kann, was nach dem Leben kommt? Ist es nicht viel tröstlicher, wenn man daran glaubt, dass der Tod eine reizende kleine Person ist, die sich um uns kümmert, wenn das Leben uns im Stich lässt? Das muss denke ich jeder für sich ausmachen, doch ich war begeistert von dem Buch und den Gedanken, die darin propagiert werden und ich kann nur jedem empfehlen es auch einmal zu lesen. Auch wenn es für Kinder ist.

Published in: on Oktober 21, 2011 at 7:07 pm  Comments (2)  

Das Eichhörnchenparadoxon

Eigentlich geht es mir hier nichtwirklich um ein Paradoxon, dass mit Eichhörnchen zu tun hat, aber die folgende Anekdote hat mich überhaupt zu diesem Thema gebracht. Ich habe nämlich grade im Fernsehn auf Arte eine Dokumentation zum Thema Eichhörnchen in Frankreich geschaut in der sich Forscher für den Fortbestandt des roten Eichhörnchens einsetzen. Daraus ging hervor, dass das größte Problem, was diese kleinen Nager im Momen haben darin besteht, dass die Waldgebiete, in denen sie hausen von einander abgeschnitten werden. Doch dafür ist nicht der Mensch verantwortlich, sondern eine Krankheit Namens „Ulmensterben“, die die Bäume in Kniks und so weiter befällt und sie abtötet. Diese Bäume wurden jedoch bis vor kurzem von den Hörnchen als Straßen zwischen den Wäldchen genutzt und ohne sie stehen sich ihr Bewegungsraum enorm verkleinert hat. Das bedeutet, ein Eichhorn in einem Wald kommt nicht mehr zu seinen Kollegen im anderen und es besteht die akute Gefahr von Inzucht in den einzelnen Wäldchen, die früher oder Später zum Aussterben der roten Hörnchen in Frankreich führen wird. Dagegen will der Mensch nun vorgehen.

Meine Frage ist, warum? Wenn ein Tier in dieser Welt nicht mehr überlebensfähig ist, warum versucht man auf Krampf es am Leben zu erhalten? Ist es in diesem Fall, weil wir Eichhörnchen so niedlich finden und es deshalb nicht ertragen können, sie irgendwann nicht mehr um uns zu wissen? Oder sind wir einfach gegen die Ungerechtigkeit, dass eine Art dem Tod geweiht ist und eine andere, wie zum Beispiel die Ratten oder die Kakerlaken, die wir mit allen Mitteln der Kunst versuchen umzubringen überleben? Das Argument, dass wir nicht einfach den Lebensraum anderer Tiere übernehmen und zerstören dürfen ist in meinen Augen hier auch nicht ganz zutreffend, weil in diesem Fall das „Ulmensterben“ für den Untergang der Eichhörnchen sorgt. Warum also diese Tiere mit teuren Programmen am Leben erhalten?

Ich sollte hier noch eine kleine Anmerkung machen, ich rede nicht davon, dass man ausziehen soll um auf Eichhörnchen gezielt Jagd zu machen, um den Vorgang des Aussterbens zu beschleunigen. Ich rede lediglich davon, dass ich es albern finde eine Art am Leben zu erhalten, die es aus eigener Kraft nicht schafft. Die Evolution lebt davon, dass es eben Gewinner und Verlierer gibt, wenn es keine Eichhörnchen mehr gibt, dann wird ein andres Tier die frei gewordene Nische nutzen um sein Überleben zu sichern. Es gibt also keinen Grund, zumindest in meinen Augen, warum man sich um die Eichhörnchen kümmern müsste.

Doch der Mensch ist ein merkwürdiges Wesen. Wir versuchen uns überall einzumischen, auch wenn wir damit bezwecken, dass die Natur so bleibt wie sie ist. Was wir dabei aber aus den Augen verlieren ist, dass die Natur kein „Ist-Zustand“ besitzt, sondern ein sich ständig veränderndes System darstellt, dass sich praktisch nach beleiben verändern und entwickeln kann. Die wenigsten Arten, die es heut zu tage auf unserer Welt zu bestaunen gibt sind älter als ein paar Millionen Jahre und das ist wirklich nicht viel, wenn man sich die gesamte Geschichte der Welt anschaut. 99,8% aller Arten, die es jemals gegeben hat sind ausgestorben, da fällt es nicht ins Gewicht, wenn noch eine weitere dazu kommt. Auch wenn sie eine so putzige Art wie das Eichhörnchen ist.

(Ich fühle mich genötigt erneut zu erwähnen, dass ich nicht für die rücksichtslose Landerschließung des Menschen bin, die viele Arten das Dasein gekostet hat. Mein Punkt ist, dass man der Natur seinen Lauf lassen sollte, grade da, wo wir nicht aktiv eingegriffen haben, auch wenn es uns in Zukunft die Eichhörnchen kostet.)

Published in: on Oktober 14, 2011 at 9:48 pm  Schreibe einen Kommentar