Das Problem mit dem Wert

Ich hab hier schon lange nichts mehr gepostet, aber aus gegeben Anlass nehme ich mir einfach mal wieder die Zeit, um euch meine Gedanken und Überlegungen zu offenbaren. Das Thema des heutigen Eintrags sind Werte und das Problem, das sie mit sich bringen.

Wir leben in einer Gesellschaft, in der versucht wird für alles einen bestimmten Wert anzugeben. In der Regel ist damit gemeint, dass wir Dingen einen Preis zuordnen. Dieser Preis ergibt sich für uns aus verschiedenen Faktoren, wobei Angebot und Nachfrage eines der entschiedensten Prinzipien ist. Ist ein Rohstoff oder eine Ware rar, dann kann man den Preis dafür in die Höhe treiben und die Menschen sind trotzdem bereit ihn zu bezahlen, sei es, weil sie dadurch Prestige erlangen, oder sei es, weil sie keine Wahl haben. Unsere gesamte Gesellschaft ist auf Geld ausgerichtet, wie man es bekommen und vermehren kann, wie man es sparen und kanalisieren kann. Jeder macht sich ununterbrochen Gedanken darum, was er mit dem Geld, das er besitzt, anfangen kann und wie er es ausgeben oder investieren kann. 

Ich will nicht das System an sich kritisieren, Geld ist sicher eine praktische Sache, um mit Dingen zu handeln. So ist gewährleistet, dass man die Preise von verschiedenen Quellen miteinander vergleichen kann und so für sich den besten Preis herausbekommt. Doch gibt es einen sehr großen Nachteil, der sich daraus für unsere Umwelt ergibt. Da wir alles aber auch wirklich alles mit einem Preis versehen sind wir praktisch gezwungen, diesen Preis auch für zum Beispiel Wälder oder Berge oder den Regenwald fest zu legen. Dieser Preis richtet sich allerdings nur nach dem eigentlichen Gegenwert, den ein so gekauftes Gebiet für den Käufer hat. Im Regenwald und jedem anderen Wald wären das die Bäume, die sich dort fällen lassen, in einem bestimmten Gebiet in den Bergen die möglichen Bodenschätze, die sich dort schürfen lassen. Was wir dabei vergessen ist, dass auf diesen Gebieten auch die unberührte Natur zu finden ist, die jedoch keinen praktischen Wert hat und deshalb im besten Fall geduldet, im schlechtesten Fall als störend empfunden wird. 

Wir haben es noch nicht geschafft und werden es wohl auch nicht schaffen, dass wir der unberührten Natur den Wert zuweisen, den sie wahrlich hat. Man kann damit zwar kein Geld verdienen und doch haben saubere Luft, saubere Seen und Meere genau so eine Daseinsberechtigung wie die vielen Tiere, die auf unserem Planeten zuhause sind. Da sie für uns jedoch völlig ohne materialistischen Wert sind, sind wir auch nicht bereit, sie zu schützen oder größere Summen an Geld in sie zu investieren. Damit möchte ich nicht alle Menschen in einen Topf schmeißen, ich weiß, dass es auch manche Menschen gibt, die für die Erhaltung der Umwelt kämpfen, doch es sind leider zu wenige. Der Großteil der Menschheit und das schließt leider auch mich mit ein, sind sich dieses Problems nur temporär bewusst und sie tun nicht wirklich effektiv viel dagegen.

Mein Lösungsansatz für dieses Problem wäre, der Natur einen Wert zu geben und diesen Wert so hoch zu datieren, dass es sich einfach niemand mehr leisten kann, die Umwelt zu zerstören. Doch wird sich daraus wahrscheinlich sehr bald ein anderes Problem entwickeln, dass damit zusammenhängt, dass wenn wir anfangen Werte nach Gutdünken fest zu legen das System mit dem Geld nicht mehr so toll funktioniert. Aber naja, man kann ja nicht alles auf einmal haben, nicht wahr?

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Published in: on April 30, 2011 at 10:44 am  Schreibe einen Kommentar