Ein Begriff von „Schönheit“

Auch wenn mir in letzter Zeit immer wieder davon abgeraten wurde, große philosophische Fragestellungen in diesem Blog zu behandeln, weil mein Texte dafür ein bisschen zu kurz und zu oberflächlich recherchiert sind, bin ich doch weiterhin der Meinung, dass grade diese Themen alle Menschen interessieren und ich durch das bloße erwähnen dieser Themen Interesse für sie wecke. Das ich hier keine Abhandlungen schreibe ist mir hoffentlich nach zu sehen und wenn ich einmal irgendetwas grob falsch darstellen sollte, bitte ich darum, mich zu verbessern. Ich bin immer offen für Kritik und lasse mich gerne auf Diskussionen ein.

Das Thema, dass ich heute ein bisschen genauer beleuchten möchte heißt „Schönheit“. Jeder Mensch hat ein unterschiedlichen empfinden dafür, was „schön“ ist. Manche Dinge wie zum Beispiel das Meer sind schön, weil sie uns in erstaunen versetzen und uns mit ihrer schieren Größe überwältigen. Manche Dinge, wie zum Beispiel die meisten Blumen sind schön, weil sie bunt sind und wir uns daran erfreuen, was die Natur komplett ohne unser zutun erbracht hat. „Schönheit liegt im Auge des Betrachters“ ist ein altes Sprichwort und fasst meiner Meinung nach sehr genau zusammen, wo das Problem mit der Schönheit liegt. Wie bei vielen anderen Dingen hat die Schönheit kein Maß, es gibt kein einheitliches Verständnis dafür, was schön ist und was nicht. Doch da der Mensch ein bestreben danach hat, Dinge zu uniformieren haben sich über die Jahre verschiedene große Geister mit eben der Fragen nach der Schönheit beschäftigt. Diese Suche nach der Schönheit ist zu einer philosophischen Disziplin geworden, die so genannte Ästhetik. Seit dem 17. Jahrhundert ist sie bekannt und wurde maßgeblich von dem großen Philosophen Immanuel Kant geprägt. Nach Auffassung der Ästheten ist Schönheit etwas, dass nicht einem Objekt anhaftet, sonders etwas, das in unserem Geist entsteht. Unser Begriff von Schönheit ist ein Produkt unserer Erfahrungen und allem Erlebten und deshalb von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Kunst (hierbei sind allerdings alle bildenden Künste gemeint) regt unseren Geist an, wir reflektieren sie unbewusst und kommen so zu einem Urteil ob etwas „schön“ oder „hässlich“ ist.

Allerdings ist das nicht immer so. Es gibt Dinge, die bei den meisten, wohl gesagt nicht bei allen Menschen als „schön“ gelten. Das haben einige Studien ergeben, die sich mit der Entwicklung des Schönheitsideals des Menschen beschäftigt haben. Ein Ergebnis dieser Studie war, dass die Maße die als schön galten zwar extremen Schwankungen unterlagen (in der Renaissance war ein Doppelkinn bei Frauen ein Zeichen von Schönheit) die Proportionen allerdings relativ konstant blieben. Bei allen Bildern und Abbildern von Frauen, die über die Jahrhunderte erhalten geblieben sind ist das Taille-Hüft-Verhältnis ungefähr das selbe. Der Wert, der heraus kommt, wenn man den Umfang der Taille auf Höhe des Bauchnabels misst und ihn durch den Umfang der Hüfte an der breitesten Stelle teilt liegt zwischen 0,8 und 0,7. Die Begründung dafür ist, so nimmt man jedenfalls an, dass dieses Verhältnis ein Maß für die Gesundheit der Frau ist und deshalb einen genetischen Vorteil in Hinsicht auf die Fortpflanzung gibt.

Schönheit liegt also nicht nur im Auge des Betrachters. Auch Symmetrie wird von den meisten Menschen als ästhetisch empfunden. Ein Beispiel dafür sind die großen Barock-Gärten, die bis heute erhalten wurden und noch immer das Auge der Betrachter erfreut. Diese Tatsache hat man zur Grundlage der Theorie genommen, dass Schönheit und Komplexität irgendwie mit einander zusammenhängen. Doch hat sich in dieser Hinsicht kein eindeutiger Ansatz durchgesetzt, weil man sich nicht einigen konnte, ob in diesem Fall je mehr desto besser gilt oder eben nicht. Und da zeigt sich wieder, dass Schönheit kein einheitliches Maß hat und dass wir auch in naher und fernen Zukunft keinen Standard für Schönheit haben werden.

Advertisements
Published in: on März 26, 2011 at 12:00 pm  Comments (2)  

The URI to TrackBack this entry is: https://ovesworld.wordpress.com/2011/03/26/ein-begriff-von-schonheit/trackback/

RSS feed for comments on this post.

2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Interessante Berechnung, die mit dem Taillen-Hüftverhältnis. Sag das mal den Top-Modedesignern und ihrer Magermodelriege.

  2. Ja, eigentlich merkwürdig, dass sich das so durchgesetzt hat, wenn man nur dieses Verhältnis im Kopf hat. Doch das hängt damit zusammen, dass vom Anfang des 20. Jahrhunderts dick sein mit faul sein gleichgesetzt wurde. Ein dicker Mensch gehört nicht zu den Gewinnern, da man für einen schlanken Körper viel mehr Arbeiten und viel mehr Disziplin zeigen muss. Doch das das so ausartet hätte sich damals wohl niemand erträumen lassen.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: