Die Freuden der Kindheit

Ach was war es schön als man noch ein Kind war. Die Welt war an und für sich in Ordnung, man musste sich um praktisch nichts kümmern und man hatte immer jemanden, der sich um einen gekümmert hat. Doch was mir besonders in letzter Zeit aufgefallen ist, ist dass das Beste am Kind sein die einfache Sicht auf die Welt ist. Die Welt in Kinderaugen ist einfach, gesittet und friedlich.

Wir Erwachsenen haben es da schon ein bisschen schwerer. Je älter man wird desto mehr erfährt man über die Welt, desto mehr Meinungen ist man ausgesetzt und desto mehr Verantwortung muss man für seine Taten und Meinungen übernehmen. Zum Beispiel das große Thema Amerika, speziell die USA. Als Kind hatte man noch eine recht hohe Meinung von diesem Land, da die meisten Laster denen man als Kind erliegt von den Amis geprägt oder erfunden wurden. Viele Serien spielen in den USA und stellen sie als das beste Land der Welt dar. Doch wird man jetzt Älter muss man feststellen, dass die USA lange nicht so toll sind wie immer angenommen. Sie sind konservativ, rassistisch und in vielen Fällen einfach nur idiotisch. Die Sicht der Dinge ändert sich im Laufe der Entwicklung.

Ein anderes Beispiel ist das leidige Thema Mittelalter. Jeder Junge hat sich irgendwann man gewünscht als Ritter einen Drachen zu besiegen und in der großen Schlacht zu kämpfen, in der man natürlich als der heroische Sieger hervor geht. Doch auch wenn einige meiner Altersgenossen es noch nicht begriffen haben, dass Mittelalter war nicht annähernd so cool wie sie glauben. Die Menschen haben in Armut, Krankheit und Dreck gelebt, das Leben war im Allgemeinen hart und wenn man sich auch nur eine für heutige Verhältnisse leichte oder unproblematische Verletzung wie einen Bruch oder der gleichen zugezogen hat, war es damals schon fast ein sicheres Todesurteil. Doch das ist einem Kind nicht bewusst.

Wie schön wäre es also, die Welt durch die Augen eines Kindes zu sehen, dass die Dinge noch sehr eindimensional sieht? Es gäbe klare Ansagen, wie du bist mein Feind und du mein Freund, man müsste über nicht viel nachdenken und die Welt wäre komplett schwarz und weiß. Doch diese Welt ist eben nicht so, wie wir sie uns vorstellen, sie besteht aus annähernd unendlich vielen Facetten, die nicht mal ein Erwachsener voll überblicken kann. Wir genießen Bildung vor allem aus dem Grund, damit wir lernen ein Problem aus vielen Richtungen angehen zu können. Je mehr man über einen Sachverhalt erfährt desto komplizierter wird er. Und dennoch lockt die Vorstellung, dass man es auch so einfach haben könnte…

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Published in: on März 18, 2011 at 8:52 am  Schreibe einen Kommentar  

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