Die Sache mit der Liebe…

Der Poet sagt, sie ist die Kraft, die die Welt am laufen hält. Ich bin mir da nicht so sicher, aber Fakt ist, dass die Liebe das Leben der Menschen sehr stark beeinflusst. Die Liebe hat die Macht Glück und Freude zu bringen, eben so leicht bringt sie aber Tod und Verderben über die Liebenden. Doch warum verlieben wir uns, was ist es, dass einen Menschen so stark von einem anderen unterscheidet das wir bereit sind einen Teil unserer Unabhängigkeit auf zu geben um mit diesem Menschen in einer wie auch immer gearteten Beziehung zu leben?

Meine Theorie zu diesem Thema ist, dass der Mensch in der ersten Phase der Liebe, dem verliebt sein, seinen Partner entdeckt. Meist wird dieses verliebt sein durch eine Banalität ausgelöst, zum Beispiel das man auf einmal merkt, dass der Gegenüber erstaunlich viele Dinge mag oder nicht mag, über die man selbst ähnlich denkt, oder das er sich um einen kümmert wenn es einem schlecht geht. Prinzipiell kann sich jeder in jeden verlieben wenn man nur die richtigen Rahmenbedingungen schafft. Wenn ein heterosexueller Mann und eine heterosexuelle Frau längere Zeit in einem sich nicht ändernden gesellschaftlichen Rahmen bewegen und merken, dass der andere offensichtlich Interesse an einem hat kann daraus das verliebt oder verknallt sein entstehen. Solche „Beziehungen“ nenne ich Ferienlager-Liebe, denn sie sind an diesen bestimmten gesellschaftlichen Rahmen gebunden un funktionieren außerhalb davon nicht mehr. Wie man es bei Jugendlichen aus dem Zeltlager oder eben Ferienlager kennt.

In dieser Zeit, also im Stadium der „Verknalltheit“ ist der Partner noch neu, alles ist irgendwie noch aufregend und ungetrübt. Diese Gefühle werden vor allem davon ausgelöst, dass man am Anfang einer Beziehung den anderen noch nicht kennt. Selbst wenn der beste Freund seine beste Freundin dazu bekommt eine Beziehung mit ihm ein zu gehen kennt er sie eben nicht wie sie in einer Beziehung ist. Am Anfang verliebt sich der Mensch nicht in die andere Person, sondern in das Potential das die andere Person mit bringt. Man kann sich das im Prinzip vorstellen als würde man von einem Bild nur einen winzigen Ausschnitt sehen und dieser Ausschnitt lässt vermuten, dass das gesamte Bild wunder schön sein muss. Doch das Bild ist eben noch verdeckt und muss erst nach und nach enthüllt werden. Im Vorgang dieser Enthüllung kann es aber auch passieren das man auf einen Teil des Bildes stößt, den man nicht leiden mag, den man sogar ganz grässlich findet. Doch da man am Anfang nur diesen kleinen Ausschnitt sieht und dieser Ausschnitt gefällt wird eben angenommen das der Rest auch gefallen wird. Das Bild hat Potential, es lässt noch Platz für Fantasie und geheime Wunschträume.

Ist man dann irgendwann aus dieser Zeit des Aufdeckens heraus fällt man in ein tiefes Loch, dass man für gewöhnlich Alltag nennt. Da es vermeintlich nichts mehr zu entdecken gibt sagt man: „Die Luft ist raus, der erste Lack ist ab und der Alltag hat Einzug gehalten.“ In Wahrheit liegt nur eben dieses Bild frei und man ist enttäuscht davon, dass es doch nicht so toll ist wie man am Anfang vielleicht gedacht hat. Wir Menschen neigen dazu, unsere Partner zu idealisieren und ihnen zu unterstellen sie wäre perfekt, zumindest perfekt für uns. Sehen wir nun aber das Bild vor uns und merken, dass da lange nicht alles so ist wie wir es gerne hätten und das sich die Hoffnungen nicht zu 100% erfüllt haben vergeht das verliebt sein. Jetzt beginnt die eigentliche Liebe.  Aber dazu später vielleicht mehr, jetzt muss ich ins Bett.

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Published in: on März 6, 2011 at 11:54 pm  Schreibe einen Kommentar  

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