Liegt das wahre Glück im glücklich oder zufrieden sein?

Ein glückliches Leben ist wohl das, was sich jeder Mensch wünscht. Genug zu Essen, genug zu Trinken, ein warmes Bett, ein paar Freunde viel mehr braucht man wohl nicht zum glücklich sein. Oder vielleicht doch?

Glück ist nichts beständiges, es wohnt im Augenblick und vergeht genau so schnell. Wir sind nicht besonders oft wirklich glücklich, es gibt in jedem Leben nur eine Hand voll Momente, die man als perfekt betrachten würde. Doch sind wir immer auf der Suche nach Glück, wir streben danach und halten es für unser Geburtsrecht glücklich zu sein. Jeder kann in seinem Leben den einen oder anderen Augenblick finden, der ihm sehr gut gefallen hat, den er gerne noch einmal ganz genau so ohne auch nur eine Abweichung nochmal erleben wollen würde. Doch das geht eben nicht. Wir können weder in der Zeit zurück reisen (theoretisch schon aber eben nicht ohne weiteres, das ist jedoch ein anderes Thema) und selbst wenn wir die gesamte Szenerie noch einmal nachstellen würden wäre es nicht das selbe. Nehmen wir als Beispiel eine Beziehung zwischen Mann und Frau, eine Liebesbeziehung. In so einer Beziehung ist es in der Regel so, dass die erste Zeit wo noch alles neu ist, man den anderen noch nicht so gut kennt, man ständig neue Seiten am anderen entdeckt und alles irgendwie perfekt ist. Diese Zeit wird von den aller meisten als eine glückliche und unbeschwerte Zeit empfunden, viele Probleme die in jeder Beziehung früher oder später auftreten sind noch nicht aufgetreten und das Leben scheint von selbst zu laufen. Doch mit der Zeit lernt man sich besser kennen und man merkt, das es doch nicht alles rosa-rot ist und das die Welt doch eben nicht so perfekt ist wie man gedacht hat. Das Glück ist verschwunden, ohne das man es gemerkt hat. Man gewöhnt sich an einander man muss nicht sofort unglücklich sein in seiner Beziehung aber sie hat irgendwie ihren Zauber verloren. Jetzt steht man vor der großen Frage, soll man sich damit abfinden und einfach so weiter machen wie bisher, denn man ist ja nicht unglücklich, soll man an dieser Beziehung arbeiten oder soll man sich trennen um diese neue Anfangszeit in der alles gut ist mit einer anderen Person noch einmal zu erleben?

Es ist also so, dass man in jedem Fall versucht seinem Glück hinterher zu jagen, für welche Alternative man sich auch entscheidet. Wir sind in dieser Hinsicht alle Junkies, die immer und immer neuen Stoff brauchen, weil der Alte mit der Zeit unsere Bedürfnisse nicht mehr zufrieden stellen kann. Wir können zwar eine  ganze Zeit von einem glücklichen Moment zehren, aber irgendwann brauchen wir neuen Stoff. Wenn wir ihn nicht bekommen suchen wir  ihn uns oder versuchen ihn irgendwo her zu nehmen.

Die eigentliche Frage ist doch aber und das habe ich ja schon in der Überschrift angedeutet, ob man damit wirklich glücklich werden kann? Ist diese ewige Suche nach dem perfekten Moment denn das was am Ende bestand hat oder soll man irgendwann einfach sagen, mit dem was ich jetzt habe bin ich zufrieden, ich suche nicht mehr ich versuche jetzt nur noch zu halten? Vielleicht ist das auch eine Frage des Alters, denn ich persönlich, und da rede ich wirklich nur von mir weil ich da keine anderen Quellen zu habe, habe irgendwann in jeder Beziehung das Gefühl, dass es doch auch besser gehen müsste. Die Welt um mich herum ist voll von ungenutztem Potential und das was ich habe ist zwar gut aber noch nicht das womit ich mich zufrieden geben will. Die ganze Welt steht mir offen, warum sollte ich mich jetzt schon binden? Doch dieser Weg ist in meinen Augen ohne Ende, denn das Utopia das man sucht wird man niemals finden. Es gibt keine perfekte Frau(ich spreche immer noch aus meiner Sicht) und es wird niemals für immer die perfekte Beziehung geben. Das Glück ist eben nicht fest zu nageln, so sehr man es auch versuchen mag. Man kann nur dann glücklich leben wenn man zufrieden ist, darin liegt meiner Meinung nach das wahre Glück und diese Zufriedenheit stellt sich wohl erst in einem gewissen Alter ein. Oder vielleicht auch mit einer gewissen Reife, die ja alters unabhängig ist. Wer aber nur seinem Glück hinterher jagt wird nie zufrieden sein und irgendwann wie jeder Junkie an seiner Sucht zu Grunde gehen. In diesem Sinne eine gute Nacht.

 

P.S.: Dieser Artikel enthält nicht nur meine Gedanken sondern ist eine Zusammenfassung eines Gespräches das gestern Abend zu später Stunde unter Einfluss von Alkohol geführt wurde. Allen Beteiligten sei hiermit noch einmal mein Dank für diesen lustigen Abend ausgesprochen.

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Published in: on März 3, 2011 at 7:47 pm  Comments (5)  

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5 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Ich glaube, das ist aber Einstellungssache. Bei mir persönlich ist es so, dass ich meistens die guten Dinge sehe und meine *Glücksmomente* nicht unbedingt von anderen Menschen abhängig mache. Wenn ich mich auf eine Beziehung einlasse, dann mache ich das bewusst und ich rechne damit, dass es nicht immer gleichbleibend schön ist. Ich weiss aber, was mir meine Gefühl sagt und wenn das sagt, dass ich diese Person *liebe*, dann halte ich auch daran fest, weil es wieder schön werden kann. So ist das doch im ganzen Leben, mit den Höhen und Tiefen. Wir durchleben trotzdem beides, wieso können wir das dann auch nicht in der *Liebe*? Sicher, wenn die Gefühle irgendwann nicht mehr da sind, dann darf man weiterziehen. Aber wenn doch, dann sollte man das dauerhafte Glück nicht für einen kurzen Moment des *Neuen* hergeben. Ich glaube, dass zwei Menschen ein ganzes Leben lang miteinander glücklich sein können, unabhängig, in welchem Alter sie zusammenkommen. Sie werden sicher nicht immer nur eine schöne Zeit zusammen haben, aber am Ende, wenn sie alt sind, dann werden sie sagen, dass ihre gemeinsame Zeit mehr glückliche Tage hatte. Vielleicht nicht unbedingt, weil das so war, aber ganz bestimmt, weil die beiden das so empfinden. Und das ist doch das Besondere. Nicht, das Glück zu finden, sondern es auch geniessen zu können.

  2. Das mit den beiden Alten, die auf ihr Leben zurückblicken und nicht bereuen, dass sie sich nicht irgendwann getrennt haben sehe ich genau wie du, auch bin ich der Meinung, dass Menschen zusammen glücklich alt werden können.
    Wo unsere Meinungen aber stark auseinander gehen ist offensichtlich in einigen Grundsätzen. Du scheinst dir ja bei jeder Beziehung die du eingehst bewusst zu sein, dass das Leben nicht immer leicht ist und das auf dem gemeinsamen Weg durchaus die eine oder andere Prüfung auf dich und deinen Partner wartet. Doch ich bin mir sicher, dass es bei vielen vielen Menschen nicht der Fall ist. Ich bin mir nicht sicher, dass ich an etwas wie die Liebe an sich glaube. Es gibt das Gefühl des Verliebtseins, dass man am Anfang jeder Beziehung hat, dass dann aber irgendwann abschwächt und nur noch Phasenweise wieder aufflammt. Diese Phasen liegen je länger man zusammen ist immer weiter auseinander, denn auch wenn man es nicht erzählt, man ist nie die ganze Zeit unglaublich verliebt in den anderen. Der erste Lack ist einfach irgendwann ab und dann muss man sehen, ob man trotzdem gewillt ist sich zu binden oder eben nicht.
    Ich bin mir nicht mal sicher, ob es ein Geheimnis für funktionierende Beziehungen gibt, ich hoffe aber, es wird sich mir irgendwann offenbaren. Denn es muss etwas geben, dass einem die Zufriedenheit verschafft die dafür sorgt, dass man eben nicht mehr dem Glück hinterher rennt wie ein Junkie sondern sich mit dem zufrieden gibt, was man hat und darum glaube ich, dass Zufriedenheit wichtiger ist als glücklich zu sein. Vielleicht ist es auch das selbe, wie sein Glück genießen zu können, aber das lasse ich schlauere Menschen als ich es bin entscheiden…

  3. Weil du den Junkie so oft erwähnst:
    Eine Sucht ist die Kompensation von etwas mit etwas anderem. Beispielsweise sucht jemand im Alkohol Zuflucht, weil ihn sein Leben übermannt und er nicht weiß, wie er sich sonst einen Ruhepol und friedlichen Ort schaffen kann. Jemand, der sich dem stellt, was er braucht, wird nicht zum Junkie. Vielleicht wird er zeitweilig ein bisschen irre, aber anders kommt man aus der Sache wohl nicht raus.
    Wenn jemand in seinem Leben hinter dem Glück her rennt wie ein Süchtiger nach dem nächsten Schuss, stellt sich doch die Frage, was hier genau als Glück empfunden wird, beziehungsweise, dass in diesem Fall eine genauere Definition des Gesuchten, hier als Glück bezeichnet, von Nöten ist.

  4. Hm, ja doch, deine *Grundsätze* verstehe ich teilweise, auch, wenn ich sie nicht so empfinde. Ich beziehe mich jetzt nur mal auf die Liebe und betone das extra davor, damit es nachher nicht so aussieht, als würde ich Glück und Zufriedenheit nur davon abhängig machen. Ich finde deine Einstellung kann man von zwei Seiten betrachten. Einerseits ist sie gut, weil man davon ausgehen kann, dass du deine Beziehungen kritisch betrachtest und nicht vollkommen blind an die *Liebe* herangehst. Das tun leider die meisten. Du siehst also die Schwierigkeiten. Weniger gut finde ich, dass diese Einstellung vielleicht dich vielleicht auf lange Sicht dazu bringen könnte, nur noch die kleinen *Beziehungsprobleme* zu sehen. Also ich meine damit, nachdem das *verliebtsein* vorrüber ist. Manchmal darf man weniger kritisch sein. vor allem in der *Liebe*. Ich glaube, jeder GLAUBT an dieses perfekte Bild von der *Liebe*, die einem irgendwann über den Weg läuft. Weil jeder das insgeheim für sich möchte. Viele streiten es auch ab, aber grübeln dann doch wieder darüber nach.
    Ich finde, jeder darf da seine eigene Meinung und Einstellung dazu haben. Das ist auch richtig so. Und vielleicht, aber nur gaaanz vielleicht, ist die echte *Liebe* die, an der es nichts zu beanstanden gibt. Das klingt irgendwie schön. Zumindest einen einen kleinen Platz *ich glaube zwar nicht daran, aber du darfst mich gerne vom Gegenteil überzeugen* sollte man sich offenhalten.
    Und wenns nicht so ist, dann sitzen wir eben alt und grau irgendwo und stopfen uns mit Schokolade voll! Aber das macht nichts, weil wir zu der Zeit sowieso falsche Zähne und ne ruinierte Figur haben. Trotzdem, ich bleib lieber bei meiner verträumten Vorstellung und warte auf meinen Romeo, der mir hoffentlich irgendwann mal über den Weg läuft!;D

  5. Was ich an dieser Stelle einmal sagen will ist, dass das ganze nicht meine Einstellung ist, sondern das Ergebnis eines Gesprächs unter Bekannten. Da dieses Ergebnis mit den Erfahrungen die wir gemacht haben recht konform gehen habe ich mich entschlossen, sie in Form eines Textes auszuformulieren und der Welt zu präsentieren.
    Insgeheim glaube und befürchte ich nämlich, dass ich mich genau so verhalte wie der Glück-Junkie in meinem Text. Man ist so auf das Ziel „und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende…“ fixiert, dass man eben viele Möglichkeiten zufrieden zu werden in den Wind schlägt um eben diesem perfekten Happy-End nach zu laufen. Das bedeutet, dass mir wenn ich mich nicht irgendwann von etwas anderem überzeugen lasse die alt, grau und schokoladen-in-sich-rein-stopf-Zukunft winkt, die du so schön beschrieben hast und der Glauben an die perfekte Liebe ist an diesem Schicksal nicht eben unbeteiligt.
    Zum Thema Hoffnung habe ich auch einen Text geschrieben, der wirklich meine Meinung zu diesem Thema zum Ausdruck bringt. https://ovesworld.wordpress.com/2011/03/22/hoffnung-der-erste-schritt-auf-dem-pfad-der-verzeiflung/


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