Schuld und Sünde

Jeder Mensch hat einen Sinn für Gerechtigkeit. Das der nicht bei jedem Menschen gleich stark ausgeprägt ist und das er von einigen Menschen ignoriert werden kann steht hier zwar außer Frage, doch jeder Mensch hat eine Vorstellung im Kopf davon was Gerecht und was Ungerecht ist. Doch woher kommt dieser Sinn für Gerechtigkeit und ist er wirklich so toll wie wir uns das vorstellen?

Ein Mensch muss zu seinen Taten stehen und sich für sie verantworten, dass ist die gängige Einstellung der meisten Menschen, zumindest hier in Europa. Wenn ein Mensch einen anderen bestielt oder ihm körperliches Leid zufügt muss er bestraft werden. Auf diesem einfachen Grundsatz ist unser gesamtes Rechtssystem aufgebaut. Doch woher kommt diese Art des Menschen zu denken? Tiere tragen doch auch nicht die Verantwortung für ihre Taten, ein Affen-Clan kann einen anderen komplett ausrotten und wird dafür niemals in irgend einer Weise von einer Affen-Justiz verfolgt. Woher kommt diese Moral der wir uns unterwerfen und warum glauben wir, dass wir uns daran zu halten haben?

Die Frage nach dem Ursprung unserer Vorstellung von Moral hier in Europa ist recht schnell beantwortet, wenn man nicht zu weit in die Geschichte zurück geht. Denn unser Vorstellung von Recht und Unrecht basiert zu einem sehr großen Teil auf dem Buch der Bücher, der Bibel. Bis weit ins 14. Jahrhundert hinein wurde dieses Buch als Grundlage für alles benutzt, die Könige haben sich auf sie berufen um ihre Macht zu sichern, die Geistlichen haben mit Androhungen von Strafen aus der Bibel ebenfalls ihre Macht behauptet und die 10 Gebote waren für viele Hundert Jahre ein strenger Ehrenkodex, den es zu befolgen galt. Diese Bibeltreue der Menschen hat dafür gesorgt, dass die Bibel und all ihre Geschichten für 100 % authentisch gehalten wurden, inklusive der Geschichte von Adam, Eva und dem Apfel. Dieser erste Sündenfall, diese Ursünde der Frau, die sich von der Schlange dazu verführen ließ die eine Frucht vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse zu essen hat der Frau über viele Jahrhunderte einen sehr schweren Stand in der Gesellschaft verschafft. Sie war es, die dafür gesorgt hat das die Menschen aus dem Paradies vertrieben wurden und sie hat in dem sie ihren Mann ebenfalls verführte den Mann gleich mit ins Elend gestürzt.

Wenn wir die ganze Sache allerdings mal ein bisschen nüchtern betrachten, dann stellt sich relativ schnell die Frage, warum die Menschen auf Eva böse waren. Sie war dumm wie ein Stück Brot bevor sie von der Frucht (die eigentlich kein Apfel war denn zu der Zeit als die Geschichte entstanden ist gab es in Asien noch keine Apfel, jedenfalls nicht in der Region in der die Geschichte spielt) aß und sich damit die Erkenntnis sicherte. Die Frage ist doch, ist Eva nicht nach heutige, Wissen unschuldig, weil sie im Moment der Tat nicht zurechnungsfähig war?

Wir haben das bestreben einen Menschen zu bestrafen, weil er in unseren Augen „böse“ war, dass heißt seine Handlungen haben unserem Gerechtigkeitssinn widersprochen.  Doch sind wir nicht böse auf ein Erdbeben, einen Vulkanausbruch oder einen Tsunami, auch wenn sie viel mehr Leid verursachen als die meisten Menschen je könnten. Der Unterschied, oder der vermeintliche Unterschied zwischen einem Felsen, der einen Menschen aus heiterem Himmel erschlägt und einem Menschen, der mit einem Felsen einen anderen Menschen erschlägt ist der, dass man den Menschen für seine Tat zur Rechtschaffenheit ziehen kann. Er hat Schuld und unser Innerstes schreit nach Gerechtigkeit. Ein Mensch kann im Gegensatz zu einem Stein oder einem Tier Schuld auf sich laden, weil er sich auch anders hätte entscheiden können. Der Mörder hätte sich auch dazu entscheiden können sein Opfer nicht zu töten, ein Dieb müsste nicht unbedingt stehlen und ein Broker hätte das Geld seiner Kunden statt in unsichere Aktien auch in Anlagefonds investieren können.

Dieses Modell der Schuld ist aber wie alles im Leben nicht ganz so einfach wie wir es gerne hätten. Um einmal mit Schopenhauers Worten zu sprechen: „Der Mensch kann tun was er will, aber nicht wollen was er will“. Sollte dem wirklich so sein, dann kann kein Mensch für seine Taten verantwortlich gemacht werden, weil wir uns in determinierten Bahnen bewegen, die sich aus einer Reihe von Wahrscheinlichkeiten ergeben. Zu jeder Zeit hätten wir in einer bestimmten Situation immer genau gleich gehandelt, wenn die Rahmenbedingungen die selben gewesen wären.

Ich will ja gar nicht das gesamte Modell von Schuld und Unschuld, von Recht und Unrecht über den Haufen werfen, aber sollte Schopenhauer recht gehabt haben, dann müsst man sich in diesen Fragen noch mal ernsthaft Gedanken machen…

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Published in: on März 31, 2011 at 9:31 am  Schreibe einen Kommentar  

Der Klügere ist lauter

Wenn ich so das Fernsehprogramm von heute durchsappe, besonders am Nachmittag, dann fällt mir auf, dass wir in einer Zeit leben, die nach meiner Ansicht immer dümmer wird. Die Menschen glauben blind, was sie in ihrer Flimmerkiste sehen und erfreuen sich an Gerichts-Shows, „We are Family“ und den „X-Dairys“. Und in all diesen Sendungen, auch wenn ich mich wirklich dazu zwingen muss sie zu gucken, ist mir eine Gemeinsamkeit aufgefallen. Überall wird nicht mehr vernünftig mit einander geredet sondern sich nur noch angeschrien. Wer versucht mit einer normal lauten Stimme gegen dieses wahre Feuerwerk an Stimmleistung der Gegenpartei an zu kommen kämpft immer auf verlorenem Posten. Die Argumente werden nicht mehr gehört, die Menschen werden immer zorniger und ausfallender und am Ende geht die Debatte nicht mehr um das eigentliche Thema des Streits sondern nur noch darum, wer die „fettere Mutter“ hat.

Hinter diesem in meinen Augen mehr als schwachsinnigen Verhalten steht ein sehr einfaches Prinzip: Der lautere hat recht. Dazu lassen sich ein paar Beispiele in der Natur finden, wo sich allerdings vor allem Männchen gegenseitig „anschreien“ um die Aufmerksamkeit der Weibchen auf sich zu lenken. Hier haben wir zum einen die auch bei uns im Lande verbreiteten Frosch- und Kröten-Arten. Ich bin mir im Moment nicht sicher, ob es wirklich bei allen einheimischen Arten der Fall ist, doch der „Gesang“ der Männchen, der auch bei uns im Sommer an vielen Teichen und Seen zu vernehmen ist ist nur dazu da, die Weibchen auf sich aufmerksam zu machen. Hierbei gilt die Devise, je lauter desto besser.

Ein noch eindrucksvolleres Beispiel ist hier allerdings der Brüllaffe. Brüllaffen leben in Mittel- und Süd-Amerika und sind, wie der Name schon vermuten lässt für ihr lautes Brüllen bekannt. Insgesamt kann man dabei zehn verschiedene Arten der Brüllaffen auseinander halten. Gemein ist jedoch allen, dass sie sich anbrüllen um ihr Revier zu markieren und, wie so oft, um den Weibchen zu imponieren. Dieses Verhalten lässt sich auch bei vielen männlichen Menschen beobachten, vor allem wenn sie noch recht jung sind oder eben viel Alkohol getrunken haben.

Doch warum macht der Mensch da mit? Sind wir nicht eigentlich so weit entwickelt, dass wir uns nicht mehr auf dieses mehr als primitive Niveau herab lassen müssen? Doch ist es fast egal, in welcher Gesellschaftsschicht man sich bewegt, wenn es zu offenen Debatten kommt werden die Parteien immer lauter und ungesitteter, je verfahrener eine Situation wird. Wenn ich mir so manche Debatte im Bundestag anschaue, da kommt mir auch wieder das Bild mit der Talk-Show in den Sinn.

Meine Theorie dazu, warum sich vor allem im Fernsehen so viel angeschrien wird ist, dass Geschrei viel dramatischer ist als eine ruhige gesittete Konversation. Es unterhält einfach besser. Die Menschen wollen sich keine gut informierten Debatten über hochtrabende Themen von denen sie keinen Ahnung haben ansehen, sie wollen das anzugtragende Fanatiker ihre Meinungen ausschlachten und stark vereinfachen damit sich der Zuschauer solidarisch fühlen kann. Wenn er dabei noch irgend etwas schreit, was auch nur annähernd schlau klingt, dann hat der die Diskussion gewonnen. Natürlich muss er seinen schlauen Ansatz auch noch lauter schreien als sein Kontrahent. Und so bewegen wir uns in einer endlosen Abwärtsspirale, in denen Idioten mit lauter Stimme ihre schwachsinnigen Meinungen verkünden und andere Idioten diese Meinung als schlau empfinden, weil sie lauter gewesen ist als alles, was der Gegner dazu zu sagen hatte. Die Welt geht vor die Hunde und ich warte noch auf den letzen großen Paukenschlag, mit dem dann endgültig das Ende der Klugheit eingeläutet wird. Und er wird laut sein, da mache ich mit keine falschen Hoffnungen.

Published in: on März 29, 2011 at 8:21 pm  Comments (2)  

Moderne Zeit

Das Leben hat sich in den letzen Jahren stark gewandelt. Wir alle sind jetzt jeder Zeit mobil, können uns zu jeder Zeit mit jedem Menschen verständigen und können auch weite Strecken in sehr kurzer Zeit überbrücken. Unsere PC´s bzw MAC´s sind effizienter als je zu vor und alles was wir so machen kann optimiert werden. Oder besser, alles wird optimiert, ob es nun sinnvoll ist oder nicht. Man sollte doch meinen, dass in einer Zeit in der jeder Prozess den kleinst möglichen Zeitraum einnimmt mehr Freizeit hat als je zu vor. Doch dem ist nicht so. Wenn man früher etwas per Eilsendung bestellt hat konnte man froh sein, wenn es innerhalb einer Woche zu gesendet wurde. Wenn man heut zu Tage irgendetwas bestellt und die Lieferfrist über eine Woche hinaus geht bekommen wir einen kleinen bis mittelschweren Wutanfall und beginnen uns zu fragen, was an diesem doch recht simplen Prozess so lange dauern soll.

Die Zeiten sind also nicht besser geworden, sie sind nur viel hektischer. Auch wenn ich jetzt wie ein alter Mann klinge, der sich nach der guten alten Zeit zurück sehnt bin ich der festen Überzeugung, dass dieses krankhafte Optimieren nicht das Ziel im Leben sein kann. Wenn ich eine Maschine habe, die Knöpfe produziert, sagen wir 30 in der Minute dann muss ich auch 30 Knöpfe in der Minute verpacken, etikettieren und in für den Versandt fertig machen. Das ist alles in allem eine recht schnelle arbeit, weil es bedeutet dass sich die an die Produktion anschließenden Schritte an der Produktion orientieren müssen, damit nicht irgendwo ein Warenstau verursacht wird. Wir gewinnen aber effektiv keine Zeit dadurch, dass wir uns dieser Hektik aussetzen, denn unsere Arbeitszeit ist ja nicht davon abhängig, ob ich 2000 Knöpfe fertige und versende oder 50000. Die meisten Mensch arbeiten in Schichten, die jedes Mal die selbe Anzahl an Stunden beinhalten und nicht daran orientiert werden, wie viel geschafft wurde. Also ist der einzige Effekt, dass die Zeit in der man arbeitet unangenehmer weil stressiger geworden ist. An jedem Arbeitsplatz wird man immer stärker einem Leistungsdruck ausgesetzt, der daher rührt das wir Maschinen gebaut haben die sehr effizient sind. Gäbe es keine Maschine die 30 Knöpfe in der Minute fertig, sondern nur eine, die vielleicht 15 oder noch weniger Knöpfe in der Minute schafft, dann würde etwas von dem Druck der auf dem Knopf-Fabrikanten lastet genommen werden. Die Menschen würden wieder lernen sich zu gedulden, alle hätten viel weniger Stress weil man sich einfach irgendwann damit abfindet, dass es nicht schneller geht.

Die Lösung für viele Probleme, die aus bloßer Hektik resultieren könnte also darin bestehen, dass man nur noch sehr alte und damit ineffiziente Maschinen einsetzt. Die Zeit würde wieder zu einer Konstanten werden und ihren Status als möglichst klein zu haltende Variable verlieren. Alle Menschen wären weniger gestresst, die Zeit wäre nicht mehr so kostbar das man sich nicht auch mal Zeit nehmen würde, sich mit seinem Nachbarn zu unterhalten und die Welt wäre insgesamt ein besserer Ort. Doch das ist leider eine mehr als utopische Sicht der Dinge, denn der Fortschritt wird sich nicht zurückdrehen lassen. Doch vielleicht sollten wir uns öfter mal Gedanken darum machen, wo uns das alles hin bringt und ob wir das wirklich wollen.

Published in: on März 28, 2011 at 11:13 am  Schreibe einen Kommentar  

Das Leben in der Gemeinschaft

Ich habe gerade ein recht interessantes Gespräch mit einem Menschen geführt, der offensichtlich eine recht hohe Meinung von Gesetzen hat. Dieses Gespräch hat mich dazu angeregt, einmal näher über den Sinn oder Unsinn von Gesetzen nach zu denken und wie eine Gesellschaft aussehen würde, die keinen Gesetzen folgen würde.

Der ursprüngliche Grund für Gesetze ist, dass der Mensch nicht in einer Gesellschaft wie unserer Leben könnte, wenn es sie nicht geben würde. Da der Mensch ein Tier ist würde sich sein tierischer Trieb früher oder später durchsetzen, er würde nicht mehr arbeiten sondern versuchen auf kosten anderer zu Leben. Gäbe es keine Sanktionen und Strafen, dann würde die Welt in Chaos versinken, die Mensch würden sich gegenseitig umbringen, die Gesellschaft würde wieder in kleine „Herden“ oder Familien zerfallen, die sich gegen die anderen Familien durch zu setzen. Darum ergeben Gesetze wie „du sollst nicht stehlen“ und „du sollst nicht töten“ sehr sinnvoll wenn man mit mehren Menschen zusammen leben möchte. Wer versucht daran zu rütteln wird unweigerlich die gesamte Gesellschaft und alle ihre Errungenschaften zu mindest für eine Zeit zerstören.

Doch haben wir ja nicht nur so grundlegende Gesetze, die ein Leben in der Gesellschaft möglich machen. Nahe zu alle Bereiche unseres Lebens sind mit irgend welchen Regeln und Gesetzen geregelt, wir bewegen uns zu großen Teilen auf vorgezeichneten Bahnen, die nicht immer sinnvoll sind. Sie sind der Versuch, den Menschen eine Grundlage zu geben, nach der er Handeln kann und die meisten sind ursprünglich dazu gedacht, die Allgemeinheit zu schützen. Doch sollte man den Gesetzen blind folgen?

Hierzu habe ich ein kleines Beispiel. Es ist 4 Uhr Morgens, man ist auf dem Weg von einer Party nach hause, man hat natürlich nichts getrunken und man fährt an eine Kreuzung, die von einer Ampel geregelt wird. Diese Ampel ist trotz der späten Stunde noch aktiv und wurde grade rot als wie an die Kreuzung kamen. Die Kreuzung ist sehr gut einsehbar, man sieht kein anderes Auto in der Nähe und es ist auch sonst niemand zu sehen. Die Frage die sich mir jetzt stellt ist doch, soll man an der Ampel warten, weil sie ja rot ist und der gute deutsche Bürger immer an einer roten Ampel wartet oder soll man sie ignorieren und einfach über die Kreuzung fahren, weil man ja sieht, das da kein Auto kommt und sich niemand daran stören würde?

Die Antwort ist nicht so einfach wie sie scheint, denn auf der einen Seite gibt es ein Gesetz, dass eindeutig verbietet, dass man die über eine rote Ampel fährt, doch auf der anderen Seite ist dieses Gesetz zu diesem Zeitpunkt mehr als sinnlos. Die Frage ist jedoch, ist die offensichtliche Sinnlosigkeit dieses Gesetzes Grund genug es einfach zu ignorieren? Und öffnet man damit nicht Tür und Tor alle anderen Gesetze, die man als sinnlos erachtet auch zu missachten?

Ich bin mir nicht sicher, wie ich in dieser Situation verfahren würde, aber ich bin der Meinung, dass man Gesetze durchaus reflektieren sollte. Sich blind an irgendwas zu halten, was irgendjemand sagt ist immer dumm, auch wenn es von Menschen kommt die sich wahrscheinlich besser damit auskennen. Wenn man nicht selbst darüber nach gedacht hat, dann handelt man blind und wenn genug Menschen blind handeln kann das ganz böse ins Auge gehen. Man siehe zum Beispiel alle möglichen Terror-Regime auf dieser Welt…

Published in: on März 27, 2011 at 8:32 pm  Comments (2)  

Ein Begriff von „Schönheit“

Auch wenn mir in letzter Zeit immer wieder davon abgeraten wurde, große philosophische Fragestellungen in diesem Blog zu behandeln, weil mein Texte dafür ein bisschen zu kurz und zu oberflächlich recherchiert sind, bin ich doch weiterhin der Meinung, dass grade diese Themen alle Menschen interessieren und ich durch das bloße erwähnen dieser Themen Interesse für sie wecke. Das ich hier keine Abhandlungen schreibe ist mir hoffentlich nach zu sehen und wenn ich einmal irgendetwas grob falsch darstellen sollte, bitte ich darum, mich zu verbessern. Ich bin immer offen für Kritik und lasse mich gerne auf Diskussionen ein.

Das Thema, dass ich heute ein bisschen genauer beleuchten möchte heißt „Schönheit“. Jeder Mensch hat ein unterschiedlichen empfinden dafür, was „schön“ ist. Manche Dinge wie zum Beispiel das Meer sind schön, weil sie uns in erstaunen versetzen und uns mit ihrer schieren Größe überwältigen. Manche Dinge, wie zum Beispiel die meisten Blumen sind schön, weil sie bunt sind und wir uns daran erfreuen, was die Natur komplett ohne unser zutun erbracht hat. „Schönheit liegt im Auge des Betrachters“ ist ein altes Sprichwort und fasst meiner Meinung nach sehr genau zusammen, wo das Problem mit der Schönheit liegt. Wie bei vielen anderen Dingen hat die Schönheit kein Maß, es gibt kein einheitliches Verständnis dafür, was schön ist und was nicht. Doch da der Mensch ein bestreben danach hat, Dinge zu uniformieren haben sich über die Jahre verschiedene große Geister mit eben der Fragen nach der Schönheit beschäftigt. Diese Suche nach der Schönheit ist zu einer philosophischen Disziplin geworden, die so genannte Ästhetik. Seit dem 17. Jahrhundert ist sie bekannt und wurde maßgeblich von dem großen Philosophen Immanuel Kant geprägt. Nach Auffassung der Ästheten ist Schönheit etwas, dass nicht einem Objekt anhaftet, sonders etwas, das in unserem Geist entsteht. Unser Begriff von Schönheit ist ein Produkt unserer Erfahrungen und allem Erlebten und deshalb von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Kunst (hierbei sind allerdings alle bildenden Künste gemeint) regt unseren Geist an, wir reflektieren sie unbewusst und kommen so zu einem Urteil ob etwas „schön“ oder „hässlich“ ist.

Allerdings ist das nicht immer so. Es gibt Dinge, die bei den meisten, wohl gesagt nicht bei allen Menschen als „schön“ gelten. Das haben einige Studien ergeben, die sich mit der Entwicklung des Schönheitsideals des Menschen beschäftigt haben. Ein Ergebnis dieser Studie war, dass die Maße die als schön galten zwar extremen Schwankungen unterlagen (in der Renaissance war ein Doppelkinn bei Frauen ein Zeichen von Schönheit) die Proportionen allerdings relativ konstant blieben. Bei allen Bildern und Abbildern von Frauen, die über die Jahrhunderte erhalten geblieben sind ist das Taille-Hüft-Verhältnis ungefähr das selbe. Der Wert, der heraus kommt, wenn man den Umfang der Taille auf Höhe des Bauchnabels misst und ihn durch den Umfang der Hüfte an der breitesten Stelle teilt liegt zwischen 0,8 und 0,7. Die Begründung dafür ist, so nimmt man jedenfalls an, dass dieses Verhältnis ein Maß für die Gesundheit der Frau ist und deshalb einen genetischen Vorteil in Hinsicht auf die Fortpflanzung gibt.

Schönheit liegt also nicht nur im Auge des Betrachters. Auch Symmetrie wird von den meisten Menschen als ästhetisch empfunden. Ein Beispiel dafür sind die großen Barock-Gärten, die bis heute erhalten wurden und noch immer das Auge der Betrachter erfreut. Diese Tatsache hat man zur Grundlage der Theorie genommen, dass Schönheit und Komplexität irgendwie mit einander zusammenhängen. Doch hat sich in dieser Hinsicht kein eindeutiger Ansatz durchgesetzt, weil man sich nicht einigen konnte, ob in diesem Fall je mehr desto besser gilt oder eben nicht. Und da zeigt sich wieder, dass Schönheit kein einheitliches Maß hat und dass wir auch in naher und fernen Zukunft keinen Standard für Schönheit haben werden.

Published in: on März 26, 2011 at 12:00 pm  Comments (2)  

Der „wahre“ Unterschied

Es ist ein Thema, dass eigentlich abgedroschener nicht sein könnte. Es geht hierbei um den Unterschied zwischen Männern und Frauen. Unzählige Menschen habe sich darüber schon den Kopf zerbrochen und ihre Theorien dazu aufgestellt. Die Herangehensweisen reichten da von wissenschaftlich-seriös bis komisch-klischeebehaftet. Doch ich habe zu diesem Thema meine ganz eigene Theorie, die aus langen Jahren des Beobachtens und der eigenen Erfahrung herrührt, weshalb ich hier nicht für die Richtigkeit dieser Theorie streiten werde. Sobald mich einer widerlegt bin ich gerne bereit, meinen Fehler ein zu gestehen und meine Theorie zu verwerfen. Ich bin mir auch nicht sicher, ob es nicht schon vor mir jemanden gegeben hat, dem dieser sehr markante Unterschied aufgefallen ist und ich möchte mich hier auch nicht mit fremden Lorbeeren schmücken, doch ich habe meinen Gedanken vorher noch nicht schriftlich festgehalten gesehen, weshalb ich ihn hier erstmal als meine Innovation verkaufe.

So, jetzt habe ich mich genug gerechtfertigt, jetzt endlich meine Theorie. Ich glaube, dass der größte Unterschied zwischen Männern und Frauen die Einstellung ist. Ich weiß nicht genau, woher das kommt, aber meine Erfahrung hat gezeigt, dass sich diese Theorie immer wieder bestätigt. Frauen führen ein von Zweifeln und Selbstzweifeln geplagtes Leben. Sie sehen in anderen immer das, was sie selbst gerne wären und sie sind eigentlich nie mit sich in ihrer Gänze zufrieden. Wenn man zum Beispiel in einer Klassenarbeit früher in der Schule als Mädchen eine gute Note geschrieben hat, wurde die Note nur im Verhältnis zu allen anderen gewertet. Ist sie nicht die Beste gewesen, war sie nicht mit sich zufrieden, denn sie hätte offensichtlich besser sein können. Ein anderes Beispiel ist der Körper der Frau. Keine Frau ist hundertprozentig mit ihrem Körper zufrieden, weiß der Teufel warum. Die meisten sagen, sie sind zu dick, vielen gefällt ein spezieller Teil an ihrem Körper nicht(und wenn es nur die Ohrläppchen sind, Frauen finden bei sich die absonderlichsten Macken) und es gibt eigentlich immer was zu tun. Frauen sind in der Regel nicht mit sich zufrieden und wenn sie es doch einmal sind, dann kann man davon aus gehen, dass sie es nicht lange sind.

Männer hingegen sind da ein bisschen anders gestrickt. Wo eine Frau in der Regel davon ausgeht, dass alle anderen besser in allem sind als sie hält der Mann sich in der Regel jedes Mal für den Hahn im Korb. Er ist sich seiner Fähigkeiten viel eher bewusst und denkt von sich sehr positiv. Ein Mann sieht nicht immer das große Ganze, er kann viel besser zwischen den Bereichen trennen. Wenn ein Junge schlecht in der Schule ist, dann wird er dadurch nicht gleich ein schlechtes Bild von sich haben. Wenn ein Junge in einer Klausur nur eine 4 geschrieben hat, für diese Klausur aber auch nicht gelernt hat, dann sieht er den Wirkungsgrad, der bei ihm deutlich höher war als bei Menschen, die sich viel Mühe gemacht haben und trotzdem nur auf eine 3 gekommen sind. Wir suchen uns in der Regel den Bereich, in dem wir Punkten können und beschränken uns darauf darin gut zu sein.

Diese Unterschiede in der Einstellung sorgen dafür, dass Männer in der Regel etwas anders denken als Frauen. Wo eine Frau sich sorgen macht und von anderen Menschen die Bestätigung ihrer Leistung braucht ist der Mann ein bisschen weniger davon abhängig. Das sorgt allerdings auch dafür, dass Frauen in der Regel ehrgeiziger sind als Männer, mehr für ihre Ziele arbeiten und deshalb auch in der Regel mehr Erfolg in Dingen wie der Schule haben. Doch dafür gehen Männer eben ein bisschen entspannter durchs Leben und geben sich mit ein bisschen weniger auch zufrieden, solange er einen Bereich hat in dem er sich seine Selbstbestätigung holen kann.

Published in: on März 24, 2011 at 10:06 am  Comments (4)  

Hoffnung-Der erste Schritt auf dem Pfad der Verzeiflung

Ist es nicht sonderbar, dass sich die Grundprinzipien im Laufe der Menschheit nicht wirklich verändern? Man liebt noch genau so wie vor 1000 Jahren, man hasst noch genau wie vor 1000 Jahren und man hofft genau wie vor 1000 Jahren. Die Hoffnungen selbst haben sich dabei auch eigentlich nie grundlegend geändert. Man hofft auf gutes Wetter, man hofft auf ein zufriedenes Leben, dass man die große Liebe findet und so weiter. Wir Menschen sind nicht wirklich wandelbar was unser Innerstes anbelangt. Doch möchte ich hier einmal mit dem Mythos aufräumen, dass die Hoffnung eine gute Sache ist und es ohne Hoffnung nur Verzweiflung geben kann.

Betrachtet man die Situationen in denen man Hoffnung haben kann mal ein bisschen genauer ist die Hoffnung eigentlich immer da zu da, die Realität zu verzerren und den Hoffenden in ein tiefes Loch fallen zu lassen, wenn er seine Hoffnung nicht erfüllt sieht. Der recht berühmte Philosoph Friedrich Nietzsche schrieb einmal: „Zeus wollte nämlich, dass der Mensch, auch noch so sehr durch die anderen Übel gequält, doch das Leben nicht wegwerfe, sondern fortfahre, sich immer von Neuem quälen zu lassen. Dazu gibt er dem Menschen die Hoffnung: sie ist in Wahrheit das übelste der Übel, weil sie die Qual der Menschen verlängert.“ Dieses Zitat enthält meiner Meinung sehr viel Wahrheit, denn die meisten Hoffnungen die wir uns so machen liegen in einem Bereich, den man als utopisch ansehen kann. Nach allen Gesetzten der Wahrscheinlichkeit ist es nicht ausgeschlossen, dass die Hoffnung sich erfüllt, doch ist es wenn man alle Variablen berücksichtigt mehr als unwahrscheinlich, dass ein Ereignis mit einer Wahrscheinlichkeit, die sich nahe bei Null bewegt, wirklich eintritt. Als bestes Beispiel kann man hier das Lotto-Spiel anführen. Sechs Richtige mit Superzahl aus 49 Möglichen ergibt eine Wahrscheinlichkeit von 1:139.838.160,0. Das ist in Prozent ausgedrückt eine Gewinnwahrscheinlichkeit von 0,00000072%. Und doch spielt fast jeder Deutsche zumindest bei den großen Jackpots dieses Spiel, in der Hoffnung, dass diese überwältigenden Chancen bei ihm nicht gelten.

Wenn wir auf etwas hoffen, auf das wir keinen Einfluss haben( und das ist die eigentliche Definition von hoffen: eine positive Einstellung zu Dingen in der Zukunft auf die man keinen Einfluss hat) dann ist es sehr wahrscheinlich, dass diese Hoffnungen enttäuscht werden. Wenn man sich von vornherein über die Risiken im klaren ist und sieht, dass das angestrebte Ziel nicht zu erreichen ist, weil die Chancen einfach zu gering dafür sind, dann sollte man sich damit abfinden und sich nicht unnötig ins Unglück stoßen. Ein Art, den wohl jeder schon mal einer guten Freundin oder einem guten Freund gegeben hat, der oder die unglücklich verliebt war. Doch diese Dinge sind immer leichter gesagt als getan. Der Mensch ist in der Lage sehr viel Leid auf sich zu nehmen, wenn er nur ein Ziel vor Augen hat. Die Hoffnung hält uns dieses Ziel vor Augen, auch wenn es schon lange nicht mehr da ist und die Hoffnung treibt uns weiter, wo unser Verstand schon lange analysiert hat, dass die Situation mittlerweile aussichtslos ist.

Das der Mensch nicht ganz die Hoffnung verliert liegt meiner Meinung nach daran, dass er in fast jedem Medium Geschichten über Menschen oder menschenähnliche Wesen gibt, die entgegen aller Wahrscheinlichkeiten doch zu ihrem Ziel gekommen sind. Fast jedes Buch handelt davon und auch fast jeder Film. Diese Geschichten verschleiern die Tatsachen, sagen uns, dass wir alles schaffen können wenn wir nur nicht die Hoffnung verlieren und weiter kämpfen. Doch das ist eben nicht so. Nicht jeder kann alles erreichen. Auch wenn ich jetzt anfange mein bestes zu geben werde ich doch niemals der weltbeste Violinist. Die Chancen dafür stehen nicht viel schlechter als die im Lotto zu gewinnen, aber ich versuche es trotzdem nicht. Und wenn er keine Hoffnung gäbe, dann gäbe es keine Kriege. Die Menschen kämpfen, weil sie hoffen, dass sie gewinnen. Gaddafi muss immer noch an einen Sieg glauben oder darauf hoffen, dass er weiter an der Macht bleibt, sonst würde er sich mittlerweile kampflos ergeben.  Hoffnung macht die Menschen unglücklich und die Erfolge die sie verzeichnet stehen in keinem Verhältnis zu den Misserfolgen, die durch sie verschuldet werden. Darum lasst alle Hoffnung fahren und lebt euer Leben glücklich und zufrieden.

Published in: on März 22, 2011 at 10:04 am  Comments (4)  

Gut vs. Böse: Der ewige Kampf

Ich denke mal, jeder Mensch hat sich mal Gedanken darüber gemacht, was es heißt „gut“ und was es heißt „böse“ zu sein. Diese beiden Begriffe stehen sich seit Menschen denken können gegenüber und doch ist es nicht so leicht zwischen ihnen zu unterscheiden, wie die meisten annehmen. Denn wie eigentlich immer im Leben gibt es zwischen diesen beiden Extremen noch eine sehr große Grauzone, in der viele mögliche Szenarien weder gut noch böse behandelt werden. Denn niemand kann ultimativ gut oder ultimativ böse sein, denn es gibt keinen einheitlichen Maßstab an dem man das ganze festmachen kann.

Wenn man versucht ultimativ gut zu sein, dann muss man früh aufstehen und versuchen allen Menschen auf der Welt zu helfen, die grade Hilfe brauchen. Doch da geht es schon los, man kann nicht allen helfen, denn was ist wenn ich einem Menschen dabei helfe was Unrechtes zu tun? Wenn jetzt ein Bösewicht einer alten Dame die Handtasche klaut kann ich ihn entweder davon abhalten und somit der alten Frau helfen oder ich halte die Alte fest und helfe somit dem Bösewicht. In diesem Szenario ist es für den angehenden ultimativen Guten natürlich ganz einfach zu entscheiden, wer hier zu unterstützen ist. Doch es gibt viele verschiedene Szenarien die nicht so einfach zu lösen sind und wo man zum Beispiel was „Böses“ tun muss um die zu schützen die man liebt. Keiner würde einem Menschen Vorwürfe machen, wenn er um seine Frau oder sein Kind zu verteidigen einen anderen verletzt, solange der andere angegriffen hat. Doch da geht es schon los, eigentlich ganz streng genommen sollte ein „Guter“ niemals jemandem wehtun.

Noch schlimmer wird es, wenn man versucht ultimativ „Böse“ zu sein. Hitler ist so ziemlich das schlimmste, was wir uns vorstellen können, doch er hat sich nicht als Böser, sondern als Guter gesehen. In den verdrehten Moralvorstellungen, die er und seine Partei propagiert haben war er stehts der, der alles richtig gemacht hat. Er verfolgte ein höheres Ziel und ist den Weg gegangen, der ihm am besten erschien um dieses Ziel zu erreichen. Das soll jetzt nichts runter reden, was die Nazis unter Hitler getan haben waren zweifellos Verbrechen, die sich nie wieder wiederholen dürfen, doch ich bin mir sicher, dass Hitler nie der Gedanke kam, dass er böse ist. Ich bin sicher, niemand will wirklich bösen sein und wenn doch, gibt es dafür nicht viele Möglichkeiten. Denn das wahre Böse ist immer mit Sinnlosigkeit verbunden. Wenn zum Beispiel ein Mensch los läuft und Robben-Babys töten, dann ist er in unseren Augen ein böser Mensch, weil wir Robben-Babys niedlich finden und nicht verstehen können, warum ein Mensch einem so süßen Wesen etwas so schlimmes wie den Tod antut. Doch wäre es nicht noch böser, wenn man die Robben-Babys völlig ohne Sinn und Verstand tötet, nur aus dem Bestreben heraus „böse“ zu sein? Wenn jemand richtig „Böse“ ist, dann muss er sich ganz diesem Ziel verschreiben und nur Dinge tun, die von allen Menschen als „böse“ angesehen werden. Ein Mensch, der versucht böse um des Bösen-Willens zu sein ist in meinen Augen ein Vollidiot.

Uns so geht der Kampf weiter, die Guten gegen die Bösen, wer wer ist hängt weiter vom Blickwinkel ab, aber das es Gute und Böse gibt, daran zweifelt kein Mensch. Diese Betrachtungsweise fällt übrigens noch ein bisschen leichter, wenn man von Anfang an versucht seine Bildung klein zu halten und sich immer sagen lässt, wer wer ist. Damit geht man vielen Schwierigkeiten aus dem Weg.

Published in: on März 21, 2011 at 12:36 pm  Schreibe einen Kommentar  

Die Sache mit den erfundenen Wörtern…

Als aller erstes möchte ich mich dafür entschuldigen, dass ich anscheinend jeden meiner Beiträge mit den Worten „Die Sache mit…“ beginne. Das ist keine Absicht, aber ich finde, dass sich damit immer ein recht guter Titel basteln lässt. Das Thema heute ist jedoch nicht die Kritik an meinen Blogeintrag-Titeln, sondern die lustige Eigenart des Menschen Wörter und Begriffe für Dinge zu finden die es nicht gibt.

Wenn man genau darüber nachdenkt ist unsere Welt voll mit diesen Dingen: Zauberei und all seine Synonyme, Drachen, Feen, fast alles aus dem Fantasy-Genre, fast alles aus dem Si-Fi-Genre und noch eine ganze Palette mehr. Doch diese Begriffe meine ich nicht. Wir haben nämlich auch Wörter für Sachen, die es eindeutig nicht gibt und von denen jeder glaubt das es sie gibt. Die Rede ist hier von Begriffen wie Kälte, Dunkelheit, und so weiter und so weiter. Die erste Reaktion des Lesers wird sein, ok, jetzt hat der gute Mann seinen Verstand verloren, tragisch aber es war ja ab zu sehen. Doch das ist vielleicht ein bisschen voreilig. Denn wenn man sich die Begriffe und ihre Definitionen genau anschaut, dann sind sie tatsächlich Begriffe ohne Inhalt. Ein Wort, dass wohl jeder kennt und jeder häufig benutzt, was aber ganz zweifelsfrei in diese Kategorie gehört ist Loch. Ein Loch ist etwas, dass da ist weil etwas anderes fehlt. Ein Loch in einem T-Shirt zum Beispiel ist eine kleine Öffnung im Stoff des T-Shirts, die so vom Schneider nicht vorgesehen war. Doch was genau ist ein Loch? Vielleicht sollte sich jeder meiner Leser mal die Zeit nehmen und kurz darüber nach denken um mit einer Definition auf zu warten, die für alle Dinge und Sachen die Löcher haben können eindeutig ist und ohne ein Beispiel auskommt. Das ist gar nicht so einfach, weil es ein Loch an und für sich nicht gibt. Wir haben ein Wort erfunden für eine Sache die nicht da ist und sich durch diese Abwesenheit auszeichnet.

Genau das selbe Prinzip steht hinter dem Wort Kälte. Bei diesem Beispiel lasse ich wieder den Physiker heraushängen und dafür entschuldige ich mich schon mal im Voraus. Wenn wir eine Formelsammlung aufschlagen, dann sehen wir dort neben vielen Formeln den Begriff der Wärme. Die Wärme ist definiert als eine thermodynamische Größe für Energie. Diese Energie wird in einem thermodynamischen System oder auch über seine Grenzen transportiert, es ist eine Prozessgröße. Wenn das wirklich interessiert, der kann ja mal bei Wikipedia den Artikel zu Wärme durchlesen. Kälte wird hingegen sehr oft als das Gegenteil von Wärme verstanden. Wenn etwas nicht warm ist, dann ist es kalt. Doch was genau Kälte auf einer absoluten Skala ist, dass kann niemand sagen. Den Betrag der Wärme, die in einem System steckt kann man angeben, jedoch nicht den Betrag der Kälte. Damit ist auch dieses Wort ein Wort das jeder kennt und das an und für sich keine Bedeutung hat, jedenfalls nicht solange man es nicht in Relation zu etwas setzt.

Naja, es ließen sich bestimmt noch viele Beispiele dieser Art finden, aber ich denke, der Anfang ist gemacht und wer da wirklich Lust hat darüber nach zu denken, der wird sicher noch ein paar andere Beispiele finden und für den Fall, dass einer keine Lust dazu hat wird er sicher auch nicht daran zugrunde gehen.

Published in: on März 20, 2011 at 8:16 pm  Comments (1)  

Vielleicht waren wir gar nicht die ersten…

Da ich in den meisten meiner Artikel bis jetzt immer eigentlich recht ernst gemeinte und fast immer tiefschürfende (hüstel) Themen angesprochen habe ist es jetzt endlich auch mal Zeit für ein bisschen Unterhaltung und was wäre unterhaltsamer als sich selbst sinnlose Fragen zu stellen? Die Frage des heutigen Tages lautet: „Was wäre, wenn es vor uns noch eine intelligente Lebensform auf unserem Planeten gegeben hätte?“

Wenn man ein bisschen darüber nachdenkt, dann scheint es gar nicht mal so abwegig, dass es vor uns eine Spezies gegeben hat, die zwar nicht unbedingt so weit entwickelt war wie wir aber sich in eine ähnliche Richtung entwickelt hat. Die Erde war schließlich schon 3,85 Milliarden Jahre alt, als sich das erste Leben entwickelt hat und seit dem sind mehr als 0,75 Milliarden Jahre vergangen. Uns Menschen gibt es seit ungefähr 600.000 Jahren. Das heißt, die Evolution hat vom ersten Einzeller bis zum ersten „vernunftbegabten“ Lebewesen ungefähr 749,4 Millionen Jahre gebraucht. Das ist schon eine ziemlich lange Zeit. Die Chancen, dass sich etwas ähnliches wie der Mensch in dieser Zeit entwickelt hat sind fast gleich null. Doch die Chancen, dass sich in all diesen Jahren etwas wie Intelligenz entwickelt hat stehen nicht so schlecht. Es wäre zum Beispiel möglich, dass es eine Art der Dinosaurier gegeben hat, die über eine eigene Sprache verfügt haben, so wie es in Jurassic Park von den Raptoren behauptet wird. Dieser Gedanken lässt sich theoretisch ja so weit treiben, dass man sagen kann, die Raptoren waren so weit entwickelt das sie eine Kultur gehabt haben. Vielleicht konnten sie sprechen, hatten Künstler, Schreiber, Dichter und Denker und haben ihren Raptoren Götter Tempel gebaut und andere Raptoren Stämme versklavt und ihnen ihre Kultur aufgedrückt. Das mag jetzt ein bisschen verwirrend und unlogisch erscheinen, aber beweisen kann man das nicht. Die Raptoren haben in einer Zeit vor ungefähr ca. 83,5 bis 70 Millionen Jahren gelebt. Wenn sie tatsächlich eine Kultur gehabt haben sollten ist es mehr als wahrscheinlich, dass davon nichts mehr erhalten ist. Jetzt kommt das Argument, dass wir auch etwas über die sehr frühem Menschen sagen können, von denen wir ja mittlerweile wissen das sie so etwas wie eine Kultur gehabt haben. Doch ist es ein sehr großer Unterschied etwas über Dinge aus zu sagen die 600.000 Jahre zurück liegen oder über Dinge die 83.500.000 Jahre zurück liegen. Wenn wir einfach mal als Beispiel nehmen, wie wenig wir eigentlich noch von dem Menschen von vor 2000 Jahren wissen und wie wenig da noch erhalten wurde ist es also mehr als unwahrscheinlich, dass von einer Kultur die mehr als eine Millionen Jahre alt ist auch nur der kleinste Anhaltspunkt zu finden sein wird. Das müsste schon der größte Glücksfall der Geschichte der Welt sein, wenn ein Zeugnis einer Kultur diese unglaublich lange Zeit überdauert.

Im Prinzip ist es ein bisschen sinnlos sich über solche Sachen Gedanken zu machen, die Begründung habe ich ja schon gegeben. Aber ich finde solche Gedankenspiele sehr spannend und da ich grade kein besseres Thema zur Hand hatte dachte ich mir ich erfreue euch ebenfalls damit 😉

Published in: on März 19, 2011 at 11:20 pm  Schreibe einen Kommentar