Die Liebesgleichung

Sie ist schon ein paar Monate alt, doch ist sie immer noch genau so aktuell wie damals. Viele von euch wissen, dass ich meine Wohnung mit einem Physiker und einem Informatiker teile und das auch ich durch meine Studienfächer einen kleinen Fable zur Mathematik habe. Darum hat es sich eines Abends so ergeben, glaubt es oder nicht Alkohol hat keine Rolle gespielt, dass wir drei zusammen saßen und uns über das Wesen der Liebe Gedanken gemacht haben. Das klingt jetzt schwuler als es war, denn wir sind die ganze Sache von der praktischen und nicht von der gefühlsbetonten Seite angegangen.

Als erstes kursierte die Frage im Raum, ob es möglich ist die Liebe an sich in eine mathematische Formel zu packen. Diese Frage konnten wir relativ schnell mit einem Nein beantworten, denn es gab deutlich zu viele Parameter und Variablen, die in dieser Formel berücksichtigt werden müssten um jeder Möglichen Situation in der ein Mensch liebe empfinden kann gerecht zu werden. Darum haben wir uns auf ein Spezialgebiet der Liebe beschränkt. Die Fragestellung wurde also leicht modifiziert und genauesten beleuchtet.

Die Formel, die wir letzten Endes nach diesem Abend voll Spaß und Streit hervorgebracht haben, trifft eine Aussage darüber, ob der derzeitige Partner amouröse Gefühle für einen hegt oder die derzeitige Beziehung eher als eine Art Gemeinschaft des gegenseitigen Nutzens sieht. Die Formel ist nur anwendbar, wenn die beiden Partner der Beziehung den Geschlechtsakt schon miteinander vollzogen haben. In diesem Fall gilt die Formel:

T/[(A+1)*F]=♥

Die einzelnen Parameter erklären sich auf folgende Art und Weise: Das T steht für die Anzahl der Treffen nach dem Erichsschen-Boyerschen Treffens Begriff. Demnach ist ein Treffen definiert als Gespräche, die von Person zu Person geführt werden und über 15 Minuten lang sind (hierzu zählen auch Telefonate und ICQ-Gespräche und so weiter) und Treffen von Angesicht zu Angesicht, bei denen nicht unbedingt gesprochen werden muss, die aber auch länger als 15 Minuten sind. Nicht dazu zählen Gespräche in einer großen Gruppe oder flüchtige Treffen auf Partys und dergleichen. Das A ist definiert als der durchschnittliche Alkoholpegel, der bei den Treffen mit einer Person vorherrschte. Dieser kann auch geschätzt werden, da es nicht immer möglich ist, den genauen Pegel an zu geben. Das F steht für die Anzahl der Geschlechtsakte, die mit der jeweiligen Person vollzogen worden sind. Setzt man all diese Faktoren in die obige Formel ein so erhält man einen Wert, der als Liebeswert definiert ist. Ist dieser Wert größer als 1 kann man davon ausgehen, dass Liebe im Spiel ist, ist der Wert kleiner als 1 kann dieses ausgeschlossen werden.

Zur näheren Erläuterung ein kleines Zahlenbeispiel: Peter und Anja kennen sich schon seit drei Monaten. Sie haben sich schon öfter getroffen und telefonieren auch regelmäßig mit einander. Jetzt kommt es, wie es kommen musste, die beiden betrinken sich auf der Party von Hans und landen zusammen im Bett. Am nächsten Morgen sind die beiden unsicher, was sie von der neuen Situation halten sollen, deshalb befragen sie die Liebesgleichung. Sie haben sich in den letzten drei Monaten nach dem Erichsschen-Boyerschen Treffens Begriff 30-mal getroffen. Ihr geschätzter Alkoholpegel belief sich auf 1,3 Promille und sie haben einmal mit einander Geschlafen. Setzt man diese Werte in die Gleichung oben ein so kommt man auf das Ergebnis ♥=13,04, was nach allen Regeln der Mathematik weit über 1 liegt. Die beiden müssen sich also früher oder später eingestehen, dass wohl mindestens einer der beiden Gefühle für den anderen hegt, die über bloße Freundschaft hinausgehen.

Andererseits kann ein Mann( ich nehme einen Mann, da ich mir dieses Szenario nur sehr schwer mit Frauen vorstellen kann) die Gleichung benutzten um zu zeigen, dass sein One-Night-Stand wirklich nur ein Ausrutscher war der für ihn keine Bedeutung hatte. Er hat seine Partnerin für die Nacht im Idealfall einmal getroffen, 2,0 Promille im Turm und sie haben nur einmal mit einander geschlafen. Für diesen Fall ergibt sich für ♥ ein Wert von 0,33, was deutlich unter eins liegt. Damit ist mathematisch Bewiesen, dass er keine Gefühle für die andere Frau hegt. Ob ihn das auch nur einen Schritt weiter bringt und seine Partnerin auch nur ein bisschen weniger wütend und enttäuscht macht sei nun mal dahingestellt.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Anwenden dieser Formel und bin natürlich bereit, Verbesserungsvorschläge mit meinen Mitbewohnern zu diskutieren und gegebenfalls die Formel dahingehend ab zu ändern.

Advertisements
Published in: on Dezember 9, 2010 at 2:51 pm  Schreibe einen Kommentar  

The URI to TrackBack this entry is: https://ovesworld.wordpress.com/2010/12/09/die-liebesgleichung/trackback/

RSS feed for comments on this post.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: